Mit Berater nicht gesprochen: TSG-Coach plant kein Sabbatical

Länderspiele? Nagelsmann findet's "eine Katastrophe"

Die Länderspiele müsste man anders planen: TSG-Coach Julian Nagelsmann.

Die Länderspiele müsste man anders planen: TSG-Coach Julian Nagelsmann. imago

Da wusste der Berater wohl mehr als der Beratene. "Ich würde nach Hoffenheim auch eine Pause nicht ausschließen", mutmaßte jüngst Mark Kosicke, der eigentlich im Hintergrund die Karriere von Julian Nagelsmann begleitet, über die Zukunft seines Mandanten, "dass er sich sagt: 'Ich weiß, ich bin gut, werde irgendwann wieder einen neuen Job bekommen, aber jetzt schaue ich etwas über den Tellerrand hinaus.'"

Von solcherlei Gedanken aber ist der 30-Jährige offenbar weit entfernt. "Ich denke nicht über ein Sabbatical nach, das habe ich auch nicht vor", versicherte Nagelsmann am Donnerstag, "das hat mein Berater in einem Interview gesagt, dass nichts ausgeschlossen ist. Das ist es ja nie im Leben. Ich habe immer gesagt, wenn irgendwann der Tag kommt, an dem ich mich extrem verstellen muss, dann höre ich auf. Vielleicht hat er das gemeint. Aber es ist nicht so, dass ich aktuell über ein Sabbatical nachdenke. Da müsste ich mal bei Mark nachfragen, wie er das gemeint hat. Ich habe noch nie mit ihm darüber gesprochen." Aha. Dann wäre das auch geklärt.

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Nagelsmann Julian

Bundesliga - 28. Spieltag
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2
FC Schalke 04
52
3
Borussia Dortmund
48

Auch zur weiteren Laufbahn Nagelsmanns hat Kosicke eine Idee: "Ich glaube fest daran, dass er irgendwann Bayern München, Borussia Dortmund oder Arsenal trainieren wird, aber jetzt noch nicht. Er fühlt sich in Hoffenheim sehr wohl. Jetzt muss man schauen, wie es weitergeht." Gerade der vakante Job in München sei aktuell kein Thema. "Weder hat Bayern bei Hoffenheim angefragt, noch Julian Nagelsmann bei Bayern. Man erkundigt sich, hat sich über ihn schlau gemacht. Das ist üblich."

Üblich sind auch die zuweilen ärgerlichen Termine seiner Schützlinge in den Länderspielpausen. Nagelsmann schimpfte erneut über dieses leidige Thema. So musste etwa sein in den letzten Wochen außerordentlich gut in Form befindliche Angreifer Andrej Kramaric noch in der Nacht zum Mittwoch in den USA ein Testspiel mit Kroatien gegen Mexiko (1:0) absolvieren. "Ich habe mich darüber ja schon oft ausgelassen. Ich finde die Regelung der Länderspielpausen eine absolute Katastrophe", ereiferte sich Nagelsmann.

"Ich verstehe den Sinn dahinter nicht"

Statt nach dem letzten Bundesligawochenende die anstehenden Spiele im gewohnten Rhythmus dienstags oder mittwochs und am folgenden Wochenende zu absolvieren, ziehen sich die Belastungen für die Stars unnötig in die Länge, findet der TSG-Coach. "Ich verstehe den Sinn dahinter nicht. Ich verstehe, dass auch die Nationaltrainer trainieren möchten. Aber die Spieler werden von den Klubs bezahlt, die arbeiten die meiste Zeit im Jahr mit den Spielern. Die Regelung, dass die ersten Spiele erst am nächsten Wochenende sind, statt im normalen Rhythmus zu bleiben, macht einfach keinen Sinn." Die kommenden Spiele in der Liga "haben eine ganz andere Bedeutung und Auswirkungen als irgendein Testspiel gegen Panama. Diese Regelung ist bescheiden."

Grundsätzlich zeigte Andrej in den vergangenen Wochen eine Qualität, auf die ich nicht freiwillig verzichten möchte.

Julian Nagelsmann

Ob Kramaric, der erst am Donnerstagmittag in Hoffenheim zurückerwartet wird, deshalb aus der Startelf für Samstag gegen Köln kippen wird, ließ Nagelsmann offen. "Grundsätzlich zeigte Andrej in den vergangenen Wochen eine Qualität, auf die ich nicht freiwillig verzichten möchte. Ich werde ihm in die Augen schauen und ihn auch fragen, wie es ihm geht, wie er die Reisen verkraftet hat", verriet Nagelsmann, "wir haben auch versucht, die Organisation und die Flüge in den USA so zu gestalten, dass er ein bisschen Erholungsphasen hatte und der Jetlag nicht ganz so groß ist, wie er vielleicht gewesen wäre, wenn wir die ursprünglich geplanten Flüge genommen hätten. Wir haben einen Teammanager, der sehr auf Zack ist. Das ist immer noch keine Garantie, bei hundert Prozent wird er noch nicht sein."

Ausfallen wird gegen Köln auf jeden Fall Ermin Bicakcic, der sich im Einsatz für Bosnien-Herzegowina eine Adduktorenzerrung zugezogen hat. Auch für die erst seit Kurzem wieder im Training befindlichen Kerem Demirbay und Stefan Posch kommt die Partie gegen Köln noch zu früh.

Michael Pfeifer

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