Osnabrück und Erfurt verzichten auf die Defensive

Wachs: "Das Spiel hätte auch 10:10 ausgehen können"

Marc Wachs

Er fand deutliche Worte zum Defensivverhalten seines Teams: Osnabrücks Verteidiger Marc Wachs. imago

"Der Frust überwiegt bei Weitem", sagte Wachs direkt nach der Partie gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wenn man so in ein Spiel geht, sich viel vornimmt, eigentlich gut startet und führt, dann zwei Tore aus dem Nichts kriegt, ist es einfach sehr enttäuschend, wenn du mit nur einem Punkt hier wegfährst."

Was der Defensivmann hier kurz und knapp zusammenfasste, war das Resultat aus 90 Minuten Unterhaltung - wenn man es denn mit dem Offensivfußball hält. Beide Abwehrreihen waren heillos überfordert, ließen etliche Chancen zu. Die Führung von Osnabrücks Stürmer Marcos Alvarez (6.) hatten Elias Huth und Nermin Crnkic bis zur 25. Minute umgedreht. Aber die Gäste schlugen zurück, Marc Heider und Tim Danneberg brachten den VfL bis zur Pause in Führung. Allerdings wechselte die Führung nach dem Seitenwechsel erneut: André Laurito und erneut Huth trafen für RWE. Der eingewechselte Emmanuel Iyoha sorgte immerhin dafür, dass die Gäste noch einen Punkt mitnahmen. Zahlreiche weitere Chancen auf beiden Seiten blieben zudem ungenutzt.

Deutliche Worte von Wachs

Spielbericht

"Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine so schlechte Verteidigungsarbeit erlebt, wie die von uns heute. Ich glaube, das Spiel hätte auch 10:10 ausgehen können. Das darf einfach nicht passieren", fand Wachs klare Worte. Die Osnabrücker kassierten alleine drei Tore nach Standardsituationen, für den Defensivmann natürlich ein Unding. "Wir müssen beim Mann bleiben, mehr Verantwortung übernehmen und dann das Ding rausköpfen", verlangte Wachs.

Gegen Rostock ein andere Gesicht zeigen

Auch Iyoha, der immerhin noch für den Ausgleich gesorgt hatte, war nach der Begegnung unzufrieden: "Es ist natürlich bitter, wenn man nach vorne so viel investiert und durch eigene Dummheiten vier Dinger hinten fängt. Wir müssen schauen, dass wir das abstellen und vor allem bei den Standards eine bessere Zuteilung haben."

Der VfL - mit nun acht Punkten Vorsprung auf Abstiegsrang 18 - verpasste es, sich durch einen Sieg beim Tabellenvorletzten einen noch größeren Puffer nach unten zu schaffen. "Wir haben uns viel vorgenommen, wollten endlich mal wieder drei Punkte, um etwas Luft nach unten zu bekommen. Das ist uns nicht gelungen, deswegen sind wir sehr enttäuscht", sagte Wachs und gab aus: "Am Samstag ist das nächste Spiel. Da müssen wir schleunigst unsere Verteidigungsarbeit verbessern, denn gegen Rostock geht das dann ganz anders aus." Seit fünf Ligaspielen (0/2/3) wartet Osnabrück mittlerweile auf einen Sieg, diese Serie will die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune am Wochenende gegen Hansa beenden.

Thioune angefressen: "Mir fehlen die Worte"

Der Coach, der direkt nach Spielende im Kreis auf dem Feld deutliche Worte an seine Mannschaft richtete, will dann natürlich ein anderes Gesicht seiner Mannschaft sehen. "Mir fehlen die Worte, das ist unfassbar. Wie man so unfassbar nachlässig verteidigen kann. Ne halbe Stunde später und es wäre 10:10 ausgegangen", zeigte sich Thioune nach der Begegnung bei "Telekomsport" sehr angefressen. "In so einem Spiel sieht man einfach, warum wir da unten stehen. Und dann auch zurecht."

mst