Int. Fußball

Juve spürt Napolis Atem wieder

Serie A, 29. Spieltag: Icardis Nummer 100 - Milan und Roma siegen

Juve spürt Napolis Atem wieder

Spektakulär: Dries Mertens versucht, den Ball ins Tor zu zwingen.

Spektakulär: Dries Mertens versucht, den Ball ins Tor zu zwingen. Getty Images

Napoli und Genua lieferten sich im Stadion San Paolo ein unterhaltsames Duell am Sonntagabend. Allerdings musste Hamsik leicht angeschlagen schon früh vom Feld. Und auch wenn die Tore in den ersten 45 Minuten fehlten, so gab es doch hüben wie drüben die Chance, in Führung zu gehen. Vor allem Mertens erntete dabei den Ärger seiner Mitspieler, als er es aus kurzer Distanz selbst versuchte, anstatt auf den besser positionierten Callejon abzulegen. Doch auch die Gäste schnupperten an der Führung und waren ihr nach einer Ecke am nächsten, als Spolli nur hauchdünn am Pfosten vorbeiköpfte.

Die Hausherren agierten fast schon ungeduldig, wollten mit aller Macht die Führung, aber blieben im Abschluss zunächst ohne Glück. Nach Vorlage von Mertens jagte etwa Allan denn Ball aus neun Metern über den Querbalken. Und kurz vor der Pause war es Insigne, der nach einer Ecke nur den Pfosten traf. Und mit Aluminium ging es weiter: Gleich nach dem Wechsel traf Mertens aus 17 Metern an den Innenpfosten. Doch danach verflachte der Offensivwirbel etwas und Genua kam seinerseits zu einer guten Konterchance (Taarabt scheiterte dabei an Reina).

Ein Standard brachte letztlich die Entscheidung: Nach Callejons Ecke stieg Raul Albiol am höchsten und köpfte zur Führung ein (72.). In der Schlussphase verpasste es Neapel, die Partie schon früher zu entscheiden. Letztlich reichte der knappe Vorsprung zum am Ende verdienten Sieg. Damit lebt der Traum von der Meisterschaft wieder, denn auf Juventus Turin sind es nur noch zwei Punkte Rückstand und das direkte Duell am 34. Spieltag folgt ja noch.

Icardis Nummer 100

Mauro Icardi

Großer Auftritt in Genua: Inter-Stürmer Mauro Icardi. imago

Bereits am Mittag hatte Inter mit seinem Auswärtsspiel bei Sampdoria Genua den Anfang gemacht und im Kampf um die Champions-League-Plätze ein Ausrufezeichen gesetzt. Schon zur Pause führten die Mailänder mit 4:0. Im Fokus stand vor allem einer: Angreifer Icardi, der nach Perisics Führungstreffer (26.) zunächst mit einem Doppelschlag in der 30. (per Elfmeter) und 31. Minute für Furore sorgte. Kurz vor der Pause war der argentinische Nationalspieler ein drittes Mal zur Stelle und erhöhte auf 4:0 (44.).

Damit aber nicht genug: Sechs Minuten nach der Pause schnürte Icardi seinen Viererpack (51.), ehe er in der 66. Minute gegen Eder ausgetauscht wurde. Mit seinen vier Treffern erreichte der 25-Jährige Historisches: Er schraubte seine persönliche Torquote im Inter-Trikot auf 100 Treffer hoch und liegt in der ewigen Torjäger-Liste des Vereins nun auf dem zehnten Rang.

Milan macht's spannend

Inters Stadtrivale AC Milan hatte mit Chievo Verona deutlich größere Mühe. Zwar gingen die Rossoneri durch Calhanoglu früh in Führung (10.), doch der Treffer des Ex-Hamburgers hatte nur etwas mehr als 20 Minuten Bestand. Dann glichen die Gäste aus. Radovanovic hatte das Auge für Giaccherini, der Borini stehen ließ und nach innen flankte. Bonucci fälschte entscheidend vor die Füße von Stepinski ab, der aus kurzer Distanz zum 1:1 abstaubte (33.). Keine Minute war gespielt, als es erneut im Mailänder Tor klingelte und Chievo die Partie auf den Kopf stellte: Inglese fiel der Ball an der Strafraumkante vor die Füße, von dort nagelte er fden Ball Augenblicke später unter die Latte (34.).

Acht Minuten nach der Pause jubelten wieder die Hausherren - diesmal allerdings mit Verzögerung. Nach Biglias flachem Hammer aus dem Rückraum war Cutrone zur Stelle und staubte ab. Zunächst wurde der Treffer jedoch wegen einer vermeintlichen Abseits-Stellung nicht anerkannt. Der Videobeweis widerlegte aber das Schiedsrichtergespann (53.). Bei strömendem Regen in San Siro drängte der Favorit danach auf das erneute Führungstor, musste sich aber bis zur 82. Minute gedulden: Dann war André Silva nach einem Eckstoß zur Stelle und stellte aus kurzer Distanz auf 3:2. Bei diesem Spielstand blieb es bis zum Schluss - Kessié hätte in der siebenminütigen Nachspielzeit allerdings noch die Vorentscheidung herbeiführen können, scheiterte jedoch vom Elfmeterpunkt - Tomovic hatte zuvor Hand gespielt - an Veronas Schlussmann Sorrentino (90.).

Effektive Römer fahren verdienten Sieg ein

Keine Mühe hatte die Roma beim abstiegsbedrohten FC Crotone. Gegen tiefstehende Gäste dauerte es allerdings bis zur 39. Minute, ehe der frischgebackene Champions-League-Viertelfinalist durch El Shaarawy in Führung ging. Kolarov hatte den italienischen Nationalspieler mit einer scharfen Hereingabe von links gefunden (39.). Im zweiten Durchgang beseitigte Nainggolan eine Viertelstunde vor Schluss letzte Zweifel und markierte mit einem platzierten Flachschuss aus 18 Metern ins lange Eck den 2:0-Endstand.

kon