Warum Maroh nach Sörensens Ausfall nicht gesetzt ist

Heintz: "Die Konkurrenz wird nicht jede Woche patzen"

Dominique Heintz

In der Startelf gesetzt - unabhängig von der Taktik: Dominique Heintz. imago

Auf den ersten Blick scheint alles klar: Dadurch, dass Frederik Sörensen wegen einem Trümmerbruch der Nase, der operativ behoben wurde, gegen Leverkusen fehlen wird, rückt Dominic Maroh von der Ersatzbank in die Dreierkette. Doch Stefan Ruthenbeck hat zumindest noch eine andere Variante im Kopf. "Es gibt auch die Möglichkeit, mit einer Viererkette zu spielen. Wir werden beides testen, aber natürlich hat Dominic Maroh auch gute Möglichkeiten sich zu präsentieren", erklärt der Trainer.

Muss Maroh, der unter dem neuen Trainer noch keine Spielminute zum Einsatz kam und angesichts seines im Sommer auslaufenden Vertrages vor dem Abschied steht, also einen weiteren Nackenschlag verdauen? Dies ist zumindest nicht ausgeschlossen.

Maroh keine Alternative für außen

Übrigens: Wäre statt Sörensen ein anderer der drei Innenverteidiger, also Dominique Heintz oder Jorge Meré, ausgefallen, hätte Maroh seinen Platz in der Startelf sicher gehabt. Denn dann wäre Sörensen auf die rechte Außenposition gerutscht, wenn sich Ruthenbeck für eine Viererabwehr entscheiden würde.

Doch für die Rolle des rechten Außenverteidigers stellt Maroh, der vom Profil her ein eindeutiger Innenverteidiger ist, keine Option dar. Ruthenbeck: "Da sehe ich Dominic Maroh nicht." Nachvollziehbar. Genauso wie des Trainers Erklärung, warum er gerade jetzt einen Systemwechsel erwägt. "Leverkusen spielt oft mit einer Spitze und Kai Havertz dahinter, da kann die Viererkette auch Sinn machen", begründet Ruthenbeck seine Gedankenspiele, betont aber auch: "Trotzdem besteht auch die Möglichkeit, mit Dreierkette zu spielen." Und dann eben mit Maroh.

"Das ist alles hätte, wenn und aber"

Egal, zu welcher Variante sich Ruthenbeck durchringt: Dominique Heintz wird sicher in der Startelf stehen, der nach den jüngsten Niederlagen weiß: "Jetzt wird es umso schwieriger. Es werden weniger Spiele und jetzt haben wir ein schweres Heimspiel gegen Leverkusen, die momentan einen super Lauf haben, super Fußball spielen." Viele Chancen, werden die anderen Teams dem FC im Abstiegskampf nicht mehr offerieren, vermutet der Abwehrspieler: "Die Konkurrenz wird nicht jede Woche patzen. Und wenn wir gewinnen und sie auch gewinnt, bleibt der Abstand gleich. Wir hätten in Bremen die Chance gehabt, den Abstand auf Mainz und Wolfsburg auf fünf Punkte zu verkürzen und hätten Mainz noch zu Hause gehabt. Aber das ist alles hätte, wenn und aber."

Auch wenn bei Heintz wie auch bei anderen FC-Profis genauso wie bei Ruthenbeck ("Wir schaffen es nicht, die Fehlerketten zu durchbrechen") und Manager Armin Veh („Wenn die anderen nicht so schwach wären, wären wir ja schon weg.") erstmals ein Hauch von Resignation durchschimmert, möchte der frühere U-21-Nationalspieler vor der Situation dennoch noch nicht kapitulieren. "Wir geben trotzdem nicht auf. Wir müssen weitermachen. Klar, sage ich das jede Woche, aber solange es rein rechnerisch möglich ist, versuchen wir alles. Auch wenn es schwierig wird."

Stephan von Nocks