Frankfurt verliert spät mit 2:3 in Dortmund

Kovac kritisiert Hradecky - Boateng rechtfertigt Einwurf

Er haderte mit dem Verlauf der Nachspielzeit: SGE-Coach Niko Kovac.

Er haderte mit dem Verlauf der Nachspielzeit: SGE-Coach Niko Kovac. imago

Es war ein launiger Sonntagabend im mit 81.360 Zuschauern ausverkauften Signal-Iduna-Park, das fand auch Kevin-Prince Boateng. "Es war ein super Spiel, es ging hin und her", so der ehemalige Dortmunder, der gemeinsam mit BVB-Kapitän Marcel Schmelzer die meisten Ballkontakte (je 73) auf dem Rasen hatte, am "Sky"-Mikrofon. Der Haken: "Am Ende hatten sie das Quäntchen Glück, dass der Ball nochmal reinfällt." In der vierten Minuten der Nachspielzeit hatte Joker Michy Batshuayi den Deckel auf eine verrückte Schlussphase gemacht .

Dennoch wollte Boateng seiner Mannschaft "ein Riesenkompliment" aussprechen, speziell für einen starken zweiten Durchgang. Ob die SGE nach dem 2:2 zu Beginn der Nachspielzeit vielleicht zu gierig gewesen sei? "Das kann sein. Wir haben vorne einen Einwurf, ich führe den Einwurf schnell aus, weil ich das Spiel gewinnen will. Vielleicht war das ein Fehler, vielleicht lässt man das Spiel einfach zu Ende gehen." Den Drang, eine Partie immer siegreich gestalten zu wollen, könne er aber nicht abstellen.

Spielersteckbrief Russ

Russ Marco

Spielersteckbrief K.-P. Boateng

Boateng Kevin-Prince

Spielersteckbrief D. Blum

Blum Danny

Spielersteckbrief Jovic

Jovic Luka

Trainersteckbrief Kovac

Kovac Niko

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
66
2
FC Schalke 04
46
3
Borussia Dortmund
45

Und: "Wir haben gegen Borussia Dortmund gespielt, das darf man nicht vergessen." Abschließend sah Boateng die 2:3-Niederlage als Teil des "Lernprozesses". Auch Marco Russ, dem sein fünftes Bundesliga-Eigentor unterlaufen war, haderte: "Nur die Cleverness hat heute gefehlt. Was wir die zweite Hälfte hier gespielt haben, auswärts in Dortmund, das hätte mehr als einen Punkt verdient gehabt."

Russ lobt "Riesenreaktion von der Mannschaft"

Er kritisierte offen das Verhalten nach dem späten Ausgleich. "Dann musst du einfach clever sein, musst mit einem Punkt nach Hause fahren", so Russ, der dennoch nach dem Wechsel eine "Riesenreaktion von der Mannschaft" gesehen hatte. Lobende Worte fand nach und nach auch Coach Kovac, allerdings überwog beim Kroaten der Ärger. "Das Spiel hätte meiner Meinung nach Unentschieden ausgehen müssen", erklärte der 46-Jährige, der anfügte: "Wenn du in der Nachspielzeit den Ausgleich machst, darfst du hier nicht verlieren."

Ich bin der Meinung, da muss man mehr Ruhe walten lassen.

SGE-Coach Niko Kovac

Kovac hatte nach der Pause goldene Wechsel getätigt, die Standardstärke von Jonathan de Guzman brachte eine neue Qualität ins Spiel, die anderen beiden Joker Luka Jovic und Danny Blum erzielten die beiden Frankfurter Tore. Das Problem: "Nach dem 2:2 hatten wir zu viel Adrenalin. Ich bin der Meinung, da muss man mehr Ruhe walten lassen." Speziell Lukas Hradecky nahm Kovac ins Visier, der SGE-Keeper habe vor dem entscheidenden Gegentor zu unüberlegt die Kugel weggedroschen. "Wir haben eine Minute vorher den Ball, der Lukas wird von Pulisic kurz angelaufen, der schwenkt dann ab. Da muss ich gar nicht den Ball nach vorne spielen, schon gar nicht in die Mitte, wo Toprak steht. Dann spiele ich den nach außen oder gar nicht. Gut, wir haben dann nochmal 50 Meter Zeit, das irgendwie zu verhindern, aber da muss ich cleverer sein. Das kann ich erwarten."

Zu enttäuscht müsse aber keiner sein. "Wir sind eine Mannschaft, die nur noch gewinnen kann", stellte Kovac mit Blick auf die restlichen Saisonspiele klar. Alles, was jetzt noch komme, sei ein "Bonus". Den ersten Teil davon wollen sich die Hessen am nächsten Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) zu Hause gegen Mainz holen. Und Mitte April wartet ja auch noch ein Pokal-Halbfinale auf Schalke.

msc

Bilder zur Partie Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt