Dresdens Trainer kündigte Konsequenzen an

Nach "Schlag ins Fan-Gesicht": Wie reagiert Dynamo?

Er war nach dem letzten Auftritt seiner Mannschaft restlos bedient: Dynamo-Coach Uwe Neuhaus.

Er war nach dem letzten Auftritt seiner Mannschaft restlos bedient: Dynamo-Coach Uwe Neuhaus. imago

Die Pressekonferenz von Neuhaus am Freitagabend war denkwürdig. Mit ruhiger Stimme begann er sichtlich angefressen sein Fazit mit den Worten: "Am liebsten würde ich natürlich gar nichts sagen." Er tat es aber doch. "Es war ein absolut schwarzer Freitag", so der 58-Jährige. Bis zum Gegentor in der 29. Minute sei der Dynamo-Coach noch zufrieden gewesen, bis zum "krassen Fehler von Philip Heise", der das 0:1 begünstigte.

Neuhaus fuhr fort: "Ich kann es mir nicht erklären. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich unsere Mannschaft so präsentiert. Wir waren nur noch am Reklamieren. Wir haben Fehler gemacht, die eines Zweitliga-Spielers nicht würdig sind. Das war ein Schlag ins Gesicht für jeden Dynamo-Fan, der heute im Stadion war." In ihm hatte sich ordentlich Wut angestaut. Das gab er auch zu: "Ich habe in meiner Amtszeit hier noch nie so deutliche Worte gefunden. Das wird schon Konsequenzen haben. Das muss auch sein."

Trainersteckbrief Neuhaus

Neuhaus Uwe

Spielersteckbrief Kreuzer

Kreuzer Niklas

Spielersteckbrief Ballas

Ballas Florian

Spielersteckbrief L. Röser

Röser Lucas

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Fortuna Düsseldorf
50
2
1. FC Nürnberg
45
3
Holstein Kiel
41

Das Resultat wolle er sich von den Spielern "erklären lassen". Rechtsverteidiger Niklas Kreuzer gestand tags darauf: "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben." Das Gegentor sei einem "Genickbruch" gleichgekommen. Schonungslos müsse der Auftritt nun aufgearbeitet werden, "weil so geht es nicht". Ganz ohne Körpersprache? "So hast du in der Liga nichts zu suchen. Die Tabelle ist ein Spiegelbild des Jahres. Wir müssen jetzt Woche für Woche Punkte einfahren und ins gesicherte Mittelfeld kommen."

"Wir wissen, wie das Stadion fackelt, wenn..."

Auch der formstarke Angreifer Lucas Röser haderte: "Wir haben uns da zu schnell aufgegeben. Wir wissen, wie das Stadion fackelt, wenn wir eine gute Aktion haben und das haben wir einfach nicht genutzt." Aushilfskapitän Florian Ballas dachte schon an das Heimspiel am kommenden Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen Heidenheim. "Jeder muss sich bewusst sein, dass es nur an uns liegt. Nach oben darf der Blick überhaupt nicht gehen. Wir müssen immer schön vor deiner eigenen Haustür kehren, denn es kann noch sehr eklig werden", so der 1,96-Meter-Hüne.

Auch die abschließenden Worte von Neuhaus hallten noch nach: "Wenn wir uns weiter so präsentieren, dann reichen die 32 Punkte lange nicht. Da darf sich keiner drauf verlassen." Abzuwarten bleibt, wie sich die angekündigten Konsequenzen gegen Heidenheim zeigen werden. Ein Sieg wäre sicherlich an allen Fronten das beste Gegenmittel gegen den Frust.

msc