2. Bundesliga

"Geht ums Überleben": Ingolstadt hakt Aufstieg ab

Ein Sieg aus sieben Spielen - Abstiegszone kommt näher

"Geht ums Überleben": Ingolstadt hakt Aufstieg ab

Enttäuschte Spieler des FC Ingolstadt

"Passion not found": Ingolstadts Fans reagieren auf die schwachen Leistungen ihrer Mannschaft in den vergangenen Wochen. imago

Mitte der zweiten Hälfte hatte der Großteil der rund 7900 Fans im ohnehin spärlich besetzten Audi-Sportpark genug gesehen. Hämische Gesänge ("Oh, wie ist das schön") lösten Pfiffe und wütende Parolen ("Wir wollen euch kämpfen sehen") ab. Mit ihrer schwachen, phasenweise ideen- und mutlosen Leistung hatte das Team von Cheftrainer Leitl, das einem 0:1-Rückstand hinterher lief, den eigenen Anhang gegen sich aufgebracht. "Ich kann die Leute verstehen", sagte der FCI-Coach bei "Sky". "Es ist nicht so, dass wir Woche für Woche ein Heimspielfest abliefern."

"Kläglich, das muss man so sagen"

Dabei hatten sich die Oberbayern für die Partie gegen den VfL viel vorgenommen. Mit einem Sieg wollte der FCI einen Schritt Richtung Aufstiegs-Relegationsplatz machen und damit die Hoffnungen auf die Bundesliga-Rückkehr am Leben halten. Nach knapp einer halben Stunde hatte es gut ausgesehen: Sonny Kittel bekam einen Strafstoß zugesprochen, Stefan Kutschke legte sich den Ball zurecht - und scheiterte mit einem schwachen Schuss an Bochums Torhüter Manuel Riemann. Der Knackpunkt, wie der zum zweiten Mal in Folge vom Punkt gescheiterte Kutschke zugab. "Kläglich, das muss man so sagen", bezeichnete er seinen Fehlschuss. Leitl wollte seinem Schützling keinen Vorwurf machen, sagte aber auch: "Den musst du mal machen, dann gehst du in Führung und es wird sicher einfacher."

Spielersteckbrief Matip

Matip Marvin

Spielersteckbrief Kutschke

Kutschke Stefan

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Fortuna Düsseldorf
47
2
1. FC Nürnberg
45
3
Holstein Kiel
40
2. Bundesliga - 25. Spieltag
Trainersteckbrief Leitl

Leitl Stefan

FC Ingolstadt 04 - Die letzten Spiele
Münster (A)
abges.
Chemnitz (A)
abges.

Leitl denkt über neuen Ansatz nach

Stattdessen kassierte der FCI nur wenige Minuten später nach einem Standard das Gegentor durch Bochums Robert Tesche - und das Unheil nahm seinen Lauf. Kaum einen Angriff spielte der FCI sauber aus, ließ vor allem rund um den Strafraum die zündenden Ideen vermissen, um mal zu einem zwingenden Abschluss zu kommen. Die mangelnde Durchschlagskraft war auch Leitl nicht entgangen, der offen über einen neuen spieltaktischen Ansatz in den kommenden Wochen nachdachte.

Kutschke: "Jetzt muss jeder den Arsch hochkriegen"

Im neuen Jahr gewann der FCI nur eines seiner sieben Spiele (3:0 gegen Fürth am 21. Spieltag) und hat damit endgültig den Anschluss an die Spitzengruppe und damit das angepeilte Ziel, den Aufstiegs-Relegationsplatz, verloren. "So wie wir momentan spielen, haben wir nichts damit zu tun", sagte Kapitän Marvin Matip. Leitl richtete den Blick angesichts von vier Punkten Vorsprung auf den Tabellenkeller nach unten: "Für uns geht es ums Überleben, es geht um den Abstiegskampf." Und auch Kutschke betonte: "Es ist schon lange nach zwölf." Fakt, so der Stürmer, sei eines: "Jetzt muss jeder den Arsch hochkriegen und nach vorne gehen."

pau