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Fahnen auf Halbmast: Gijon benennt Stadion nach "Zauberer" Quini

Unglaubliche Entführungsgeschichte im Jahr 1981

Fahnen auf Halbmast: Gijon benennt Stadion nach "Zauberer" Quini

Gijon verzaubert: Quini spielte sich in die Herzen der Sporting-Fans.

Gijon verzaubert: Quini spielte sich in die Herzen der Sporting-Fans. imago

Die Fahnen in der Stadt stehen auf Halbmast, ja sogar eine dreitägige Trauerzeit wurde angeordnet. Alles für Quini, alles für den größten Fußballer in der Historie Gijons. In einer offiziellen Mitteilung würdigte die Gemeinde den einstigen Weltklassestürmer als "außergewöhnlichen Fußballer, ewiges Symbol von Sporting und der Stadt Gijon". Das Stadion "El Molinón" soll nun in "El Molinón-Enrique Castro Quini" umbenannt werden, wie die Stadtväter bekannt gaben.

Quini war am Dienstag im Alter von 68 Jahren bei einem Spaziergang in der Nähe seines Hauses im Norden Gijons zusammengebrochen und an einem Herzinfarkt gestorben . Von 1968 bis 1980 und von 1984 bis 1987 spielte er für Sporting, dazwischen durfte sich der FC Barcelona an seinen Künsten erfreuen – 216 Tore in 447 Spielen gingen auf Quinis Konto, er wurde fünf Mal Torschützenkönig, gewann 1982 den Europapokal der Pokalsieger und zweimal die Copa del Rey mit Barça. Dazu kamen zwei WM-Teilnahmen und eine EM-Teilnahme mit Spaniens Seleccion (8 Tore in 35 Länderspielen).

Spielersteckbrief Quini
Quini

Castro Gonzalez Enrique

25 Tage eingesperrt - Quini verzeiht den Kidnappern

Zum Legendenstatus von "El Brujo" (der Zauberer) trug auch die Entführungsgeschichte von 1981 bei. Barcelona hatte Hercules Alicante gerade mit 6:0 geschlagen, Quini dabei zwei Tore erzielt, da wurde er auf dem Heimweg von drei Männern gefangen genommen. 25 Tage lang blieb er in ihrer Gewalt, ehe einer der Täter bei einem Übergabeversuch für das Lösegeld festgenommen wurde. Der Polizei gelang daraufhin die Befreiung aus dem Keller einer Autowerkstatt in Saragossa. Die Kidnapper hatten dort einen Fernseher aufgestellt, damit sich Quini die Spiele anschauen konnte - Barcelona verlor die meisten, die Mitspieler um Quinis damaligen engen Freund Bernd Schuster waren nicht bei der Sache und verspielten letztlich die Meisterschaft.

Schuster und Quini

Enge Freunde: Bernd Schuster und Quini beim Pokalsieg 1983 und bei einem Wiedersehen 25 Jahre später. imago

Allerdings hatte Quini in einer Nachricht aus der Gefangenschaft seine Kollegen selbst darum gebeten, anzutreten. "Ich weiß noch, dass er es war, der uns nach seiner Entführung Halt gab", sagte sein ehemaliger Mitspieler Tente Sanchez, nachdem er vom Tod Quinis erfahren hatte.

Der Spieler wollte anschließend niemals öffentlich über das Thema reden, erklärte aber, er habe den Tätern verziehen. Rund 2000 Leute warteten bei seiner Rückkehr vor seinem Haus. Die Bilder, wie der bärtige Quini Barcelonas Präsident Josep Lluis Nunez umarmt, gingen damals um die Welt.

las