Franzose hat passende taktische Kniffe parat

Emerys bedenkliche Zeichen: So rettete Zidane Real den Sieg

Dank an den Trainer: Nach seinem 3:1 fällt Real-Linksverteidiger Marcelo vor Zinedine Zidane auf die Knie.

Dank an den Trainer: Nach seinem 3:1 fällt Real-Linksverteidiger Marcelo vor Zinedine Zidane auf die Knie. imago

Die ersten Minuten des Spiels gehörten ganz klar Real Madrid. Die Königlichen liefen den Gegner auch an dessen Fünfmeterraum an, PSG schien beeindruckt. Nach nur drei Minuten hatte Cristiano Ronaldo eine gute erste Möglichkeit, nur wenig später brachte Nationalspieler Toni Kroos Keeper Alphonse Areola in Verlegenheit (6.). Als Marcelo allerdings nach rund zehn Minuten am Boden liegen blieb und kurz behandelt werden musste, kam ein Bruch ins Spiel der Blancos.

Paris bekam mehr Raum, ließ Ball und Gegner sehenswert laufen. In diese Phase passte nur nicht die Nachlässigkeit der Franzosen bei einem Real-Konter, bei dem der überragende Marcelo CR7 in Szene setzte. Der portugiesische Europameister traf Areola aber nur mitten im Gesicht (28.). Und schon ging es wieder in die andere Richtung - erstmals mit durchschlagendem Erfolg: Auf rechts wurde Kylian Mbappé unzureichend bearbeitet, in der Mitte konzentrierte sich alles auf Neymar und Edinson Cavani. Letztlich war es Adrien Rabiot, der cool zur Führung vollstreckte (33.).

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo

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Zidane Zinedine

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Obwohl Ronaldo vor der Pause eine weitere gute Chance liegen ließ (38.), bekam er noch sein Tor. Kroos wurde unnötig am Strafraumrand umgerissen - CR7 konnte auch ein Laserpointer eines Fans nicht aus der Ruhe bringen. Mit dem Seitenwechsel erhöhte PSG wieder die Schlagzahl, war im gegnerischen Stadion die bessere Mannschaft. Neymar und seinen Offensivkollegen ging aber zu häufig die Präzision ab. Mal versprang im letzten Moment der Ball, mal misslang der Abschluss. Zidane gefiel nicht wirklich, was er sah: Immer wieder beorderte er seine Mannschaft nach vorne, doch seine Rufe fanden kaum Gehör.

Zidane reagiert: Emerys bedenkliches Zeichen

Plötzlich entsendete PSG-Coach Unai Emery aber ein bedenkliches Zeichen: Er holte Stoßstürmer Cavani vom Feld - und schickte Verteidiger Thomas Meunier ins Rennen. Zidane reagierte sogleich und brachte mit Gareth Bale noch mehr Tempo auf den Rasen. In der Folge schob seine Mannschaft wieder ein gutes Stück nach vorne, übernahm wieder mehr und mehr die Initiative. Mit einem Doppelwechsel setzte Zidane dann den entscheidenden Impuls: Lucas Vazquez und Marco Asensio kamen für Casemiro und Isco elf Minuten vor Schluss auf den Rasen. Speziell Asensio lief schnell heiß, Areola ließ seine scharfe Hereingabe nur klatschen - CR7 bedankte sich mit dem 2:1.

Ich habe eine tolle Mannschaftsleistung gesehen.

Zinedine Zidane

Drei Minuten später wirkte die PSG-Hintermannschaft erneut indisponiert. Ein sehenswerter Doppelpass zwischen Marcelo und Asensio brachte die Entscheidung. Aus einem teils schmeichelhaften 1:1 wurde schließlich ein 3:1. Zidane lobte: "Das war wirklich ein großer Abend. Ich denke, dass der Sieg völlig verdient war. Ich habe eine tolle Mannschaftsleistung gesehen. Alle haben sich eingebracht und waren wichtig." Ob Asensio und Vazquez nicht noch früher hätten gebracht werden können? "Im Fußball weiß man nie, was passiert. Für den Moment wissen wir nur, dass wir im Rückspiel immer noch genauso kämpfen müssen."

Ein symbolischer Kniefall

Dass ausgerechnet der in dieser Saison viel gescholtene Ronaldo mal wieder zwei Tore machte, habe ihn nicht überraschen können. "Cristiano hat immer bewiesen, dass man sich in den großen Spielen auf ihn verlassen kann", so Zidane, dessen angeblich wackelnder Trainerstuhl wieder deutlich stabiler im königlichen Thronsaal steht. Auch die Mannschaft hat der Franzose noch geschlossen hinter sich - sinnbildlich dafür stand der Kniefall von Marcelo nach seinem 3:1.

msc

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