Bundesliga

Dietrich zeigt Verständnis für empörte VfB-Fans

Präsident und Sportvorstand müssen mit Pfiffen rechnen

Dietrich zeigt Verständnis für empörte VfB-Fans

Wolfgang Dietrich

Bleibt trotz der Kritik gelassen: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. imago

Wolfgang Dietrich hätte es sich einfach machen und die erste Partie des neuen Trainers vor dem Fernseher verfolgen können. Weit weg von dem Trubel und den angesäuerten Anhängern, die rund um den Trainerwechsel nicht zu überhören und übersehen waren. Mit dem Debüt des neuen Mannes, "hatte die Reise aber nichts zu tun", erklärt der 69-Jährige. "Die war schon von langer Hand geplant." Zumindest durfte sich Dietrich hinterher über einen Zähler und eine gute zweite Halbzeit seines Teams freuen. Zwar ist dieser eine Zähler zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Aber dennoch sprechen Klubführung, Trainer und Spieler von einem Schub, den es zu nutzen gilt.

Am Sonntag gegen Gladbach, wo der Aufsteiger die richtige Welle erwischen will, statt gleich wieder baden zu gehen. Die Partie gegen die Borussen wird zur Nagelprobe im sportlichen Bereich und zur Feuerprobe für Klubführung, Trainer und Mannschaft, die in den vergangenen zehn Tagen beim eigenen Anhang mächtig verloren haben. In der Kesselstadt kochen die Emotionen hoch. Nach den vielen Monaten der Harmonie sind jetzt die Wutbürger zurück und werden sicher ihrem Unmut lautstark Luft machen.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen Präsident Wolfgang Dietrich und besonders Sportvorstand Michael Reschke, denen man nicht nur übelnimmt, dass sie den beliebten Trainer Hannes Wolf so einfach ziehen ließen, sondern dass sie sich außerdem für den ungeliebten Tayfun Korkut als Nachfolger entschieden haben. Dem 43-Jährigen trauen Teile der Anhänger nicht zu, den Klub retten zu können.

Die Fans sind verunsichert. Ich kann die Empörung verstehen.

Wolfgang Dietrich

Der Klubchef bleibt trotz der Kritik, die zuweilen sogar Anfeindungen gleicht, gelassen. "Ich muss als Präsident über den Tag hinaus denken", sagt Dietrich. "Die aktuellen Ereignisse sind wichtig, aber auch nur ein Punkt. Viel wichtiger ist, dass wir die Ruhe bewahren. Und wir haben Ruhe im Verein." Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die Aufgeregtheiten drumherum. "Die Fans sind verunsichert. Ich kann die Empörung verstehen." Allerdings sei diese nicht nur dem Trainerwechsel geschuldet. Man habe vor Wolfsburg "auch in acht Spielen siebenmal verloren. Man sollte also nicht nur auf die Wirkung schauen, sondern auch auf die Ursache."

Generell empfindet Dietrich die Kritik, die vor allem im Internet kursiert, keinesfalls als riesig. "Insgesamt bekommen wir mehr Zuspruch als Gegenwind. Und der Gegenwind in den sozialen Medien liegt in der Natur der Sache", so der frühere Unternehmer. "Das müssen wir aushalten, und das halten wir auch aus."

George Moissidis

#TGIM - DER kicker.tv TALK - Folge 19

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