Warum Kölns Neuzugang noch keine Minute spielte

Achtung, arktisch! Koziello muss sich noch gedulden

Vincent Koziello

Durfte seit seinem viel beachteten Winterwechsel noch nicht für den 1. FC Köln auflaufen: Vincent Koziello. imago

Die Branche merkte durchaus auf, als der 1. FC Köln im Januar den Franzosen Vincent Koziello von OGC Nizza verpflichtete . Der schmächtige Mittelfeldspieler gilt als Juwel, europaweit hatten ihn die Scouts auf dem Zettel, trotz des Durchhängers, den er zuletzt in Nizza unter Lucien Favre erlebte. Rund vier Millionen Euro kostete er, der Deal kam in dem Moment zustande, in dem Koziello sich bereit erklärte, mit dem 1. FC Köln auch in die 2. Liga zu gehen.

Tatsächlich würde er natürlich liebend gerne dafür sorgen, dass dieser Fall nicht eintritt. Doch auch gegen Borussia Dortmund (2:3) , im dritten Spiel der Rückrunde, bekam Koziello von Trainer Stefan Ruthenbeck keinen Einsatzbefehl. Daraus zu schließen, er sei kein Einkauf, der direkt weiterhelfen kann, wird der Sache allerdings nicht gerecht. Die Spiele des FC gleichen aktuell Nervenschlachten, in denen ein junger Spieler, der die Liga nicht kennt, brutal untergehen könnte. Natürlich kann man ihn ins kalte Wasser werfen - doch man sollte sich immer der Tatsache bewusst sein, dass das Wasser im Abstiegskampf nicht nur kalt ist, sondern arktisch.

"Wir hatten genug Gelegenheiten und Präsenz im Strafraum"

Zudem funktioniert die Mannschaft ja fußballerisch. Ruthenbeck erklärt: "Sicher kann man den Gedanken haben, Vincent zu bringen. Schon alleine, um die Passqualität im Mittelfeld zu erhöhen. Doch wir hatten genug Gelegenheiten und Präsenz im Strafraum. Aber die haben wir nicht effektiv genutzt."

Deshalb kam mit Claudio Pizarro ein Spieler, der sich im Sechszehner bestens auskennt. Dass es am Ende dennoch nicht reichte, hatte weniger mit den Wechseln zu tun als vielmehr mit der überbordenden inneren Einstellung - weniger wäre wohl mehr gewesen. Aber auch hier hätte ein junger Neuzugang nicht Abhilfe schaffen können.

Koziello war nicht der einzige Mittelfeldspieler, der sich das Geschehen von der Bank ansehen musste. Auch Kapitän Matthias Lehmann saß draußen, wie in jedem Spiel der Rückrunde bisher, gegen Mönchengladbach fehlte er verletzt. Diesmal wurde er zum ersten Mal nicht eingewechselt, der Spielverlauf ließ es nicht zu.

Wegen Özcan: Schlägt jetzt Koziellos Stunde?

Marco Höger lief ihm zuletzt den Rang ab, daneben baut Ruthenbeck auf Salih Özcan, dessen Fehlerquote allerdings mit zunehmender Belastung steigt. Nun gibt es Gedankenspiele, ihn auf der rechten Außenbahn einzusetzen. Durchaus möglich also, dass es in der Mittelfeldzentrale bald zu einem Wechsel kommen wird, von dem entweder Koziello, der Youngster, oder aber Lehmann, der Routinier, profitiert.

Frank Lußem

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