Bundesliga

Sieht so die Zukunft von 50+1 aus? Axel Hellmann macht der DFL im kicker Vorschläge für eine Reform

Axel Hellmann macht im kicker Vorschläge

Sieht so die Zukunft von 50+1 aus?

Choreografie der VfB-Fans in Mainz

"50+1 in unantastbar", finden unter anderem diese VfB-Fans - die DFL strebt eine Reform an. imago

Wie geht es weiter mit 50+1? In dieser Frage ist die Liga gehörige unter Druck, weil sich alle Protagonisten einig sind: Vor einem ordentlichen Gericht würde 50+1 aus den Angeln gehoben werden. Was also tun?

Die Bundesliga will die 50+1-Regel erhalten, sie aber in eine zeitgemäße Form überführen. Sie will die Voraussetzungen für Ausnahmen neu definieren. 1999 hatte der DFB eine solche in seine Satzung aufgenommen, von der erst Bayer Leverkusen, später der VfL Wolfsburg und 2015 - nach einem Urteil des DFB-Schiedsgericht - schließlich auch die TSG Hoffenheim profitierte, deren Voraussetzungen Kind jedoch wohl nicht erfüllt hat . Nämlich: Wenn "ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat", kann das DFL-Präsidium Ausnahmegenehmigungen erteilen.

Diese umstrittene Regelung soll nun überarbeitet werden. "Schwammig" und "nicht eindeutig" nannte sie etwa Augsburgs Präsident Klaus Hofmann unlängst im kicker-Interview und kritisierte: "Die aktuelle Situation ist unhaltbar. Alle Ausnahmeregelungen gehören abgeschafft. Dann ist die Frage: Was macht man mit 50+1?"

Hellmann fordert für eine 50+1-Reform vier Bedingungen für Investoren

Axel Hellmann fordert im kicker (Montagausgabe) ein neues Grundlagenstatut beim Thema Investoren und stößt damit auf offene Ohren bei DFL-Boss Christian Seifert, dem Ligapräsidium und den meisten der 36 Profiklubs. Als Verfechter der 50+1-Regel verschließt sich Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Mehrheitsbeteiligungen von Investoren nicht, wenn folgende Bedingungen rechtsverbindlich erfüllt werden:

1. Der Standort eines Vereins muss unverrückbar sein. "Dass ein Mehrheitseigner ein Team oder den ganzen Klub in eine andere Stadt verpflanzt, darf es niemals geben. Amerikanische Verhältnisse sind undenkbar", sagt Hellmann.

Axel Hellmann

War bei Eintracht Frankfurt lange Präsidiumsmitglied des Muttervereins und ist heute Vorstand der Fußball AG: Axel Hellmann. imago

2. Die Vereinsfarben, das Wappen oder Logo dürfen von einem Investor nicht geändert werden.

3. Der Fankultur muss sich der Investor verschreiben, zum Beispiel mit dem Erhalt von Stehplätzen und sozialverträglichen Ticketpreisen.

4. Der Mehrheitseigner/Investor muss über eine zu definierende Mindesthaltefrist seinen Verpflichtungen nachkommen. Verkauft er einen Teil seiner Anteile oder sogar alle Anteile, dann muss dem Stammverein eine Mitwirkungspflicht eingeräumt werden, selbst wenn dieser nur ein Prozent der Anteile halten sollte. Hellmann: "Ohne diese Klausel würde Zockern Tür und Tor geöffnet. Die Filetstücke eines Vereins könnten ausgeschlachtet werden, der Rest an den Stammverein zurückfallen. Es wäre sein Exitus."

Könnte so die Zukunft von 50+1 aussehen? Grundsätzlich, so Hellmann, müsse "eine absolute Identifizierung des Investors mit dem Klub" herrschen. Oberstes Ziel sei die Integrität des Wettbewerbs.

Für Kind wäre eine derartige Reform eine Hintertür: Seiner Übernahme bei Hannover 96 dürfte dann eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Was versteht man unter "erheblicher Förderung" und warum ist genau das so umstritten? Und warum müsste laut Hellmann auch der Gesetzgeber tätig werden? Den großen 50+1-Report lesen Sie im heutigen kicker vom Montag!

Rainer Franzke/jpe

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