Spanier ist in Köln angekommen

Bei Jorge Meré ist der Knoten geplatzt

Jorge Meré

Kölns Jorge Meré jubelt über sein Tor gegen Dortmund. picture alliance

Der junge Spanier ist eine der Personalien, die vom Trainerwechsel von Peter Stöger zu Stefan Ruthenbeck profitierten: Jorge Meré, 20 Jahre alt, kam im Sommer aus dem nordspanischem Gijón und hatte aus mehreren Gründen einen schweren Start. Sich an die Bundesliga zu gewöhnen, kostete Zeit, hinzu kamen Verletzungen, die ihn immer wieder in der Entwicklung stoppten.

Meré über diese schwierige Phase: "In Spanien ist nicht so viel Aggressivität drin, die Zweikämpfe sind nicht so hart wie hier. Es ist klar, dass du dich erst mal an den neuen Stil gewöhnen musst, wenn du als Fußballer in ein anderes Land wechselst", verriet er vor dem Start in die Rückrunde in einem Interview mit dem "Geissblog".

Unter dem neuen Coach Stefan Ruthenbeck sieht das ganz anders aus: Jorge Meré ist eine der festen Säulen in der Verteidigung, spielte seit dem 16. Spieltag jedes Spiel durch. Die Eingewöhnungsphase scheint überstanden zu sein. "Intensität, Aggressivität und das Zweikampfverhalten", zählt er auf, "sind die größten Unterschiede." Gerade für einen Innenverteidiger seiner Statur - Meré misst "nur" 1,82 Meter - war der Wechsel vom spielerisch, ballsicheren Spanien in das taktisch und physisch geprägte Fußball-Deutschland sicher nicht einfach. Mittlerweile ist die Umstellung gelungen. Spielerisch ohnehin, aber auch, was die Aggressivität angeht: Am Freitag übersprang er bei seinem Kopfballtor den knapp zehn Zentimeter größeren FC-Kollegen Frederik Sörensen und entzog sich erfolgreich der Bewachung des auf ihn eingeteilten Michy Batshuayi.

Der Knoten scheint also geplatzt. Ob es am Ende für den Klassenerhalt reicht, scheint nach diesem Wochenende fraglicher denn je. Die Aufholjagd scheint zunächst gestoppt. Doch neben seinem ersten Bundesliga-Treffer kann Meré der Niederlage gegen den BVB noch etwas Positives abgewinnen: "Traurig wegen dem Ergebnis. Aber die Einstellung stimmt. Gemeinsam werden wir unser Ziel schaffen. Come on #effzeh", postete er nach dem 2:3 auf Twitter.

Eliano Lußem