Köln für BVB-Coach Peter Stöger "kein Spiel wie jedes andere"

"Voll im Saft": Batshuayi für Köln bereit

Michy Batshuayi

Michy Batshuayi könnte bereits beim Köln-Gastspiel in der BVB-Startelf auflaufen. Borussia Dortmund

Viel hat sich getan in den vergangenen Wochen bei Borussia Dortmund. Vier Spieler gingen, zwei neue für den Profikader kamen hinzu. Daneben wurde auch noch Fußball gespielt, was zeitweise etwas unterzugehen drohte. Drei Remis in drei Spielen seit dem Rückrunden-Auftakt halfen allerdings auch nicht sonderlich dabei, das Sportliche in den Vordergrund zu stellen. Doch damit soll jetzt Schluss sein, geht es nach dem Willen der BVB-Verantwortlichen.

"Ich bin froh, dass die Transferzeit vorbei ist", sagt Trainer Peter Stöger, der sich seit dem Ende der Wechselperiode II am 31. Januar endlich voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann und nicht mehr von Transfergerüchten und wechselwilligen Profis abgelenkt wird. Die täglichen Nachfragen nach dem aktuellen Stand der Causa Aubameyang sind seit Mittwoch jedenfalls Geschichte. "Wir haben jetzt Ruhe im Haus", sagt Stöger, der den Wechsel des Gabuners als "gute Entscheidung" bezeichnet - vor allem auch mit Blick auf dessen Nachfolger Michy Batshuayi: "Auba hat eine hohe Treffsicherheit gehabt, darüber muss man nicht reden. In Michy haben wir jetzt einen giftigen Spieler bekommen, der Einsatzzeiten haben und sich für die WM qualifizieren möchte." Stögers Schluss: "Die Qualität ist noch immer groß genug, um unsere Ziele zu erreichen."

Stögers Rückkehr: "Kein Spiel wie jedes andere"

Unter Beweis stellen muss seine Mannschaft das bereits am Freitag, wenn es zur ersten Rückkehr von Stöger an seine alte Wirkungsstätte in Köln kommt. Die Partie sei "kein Spiel wie jedes andere", gibt der Österreicher zu, doch seine Gedanken seien an diesem Wochenende einzig und allein beim BVB: "Ich beschäftige mich nur damit, wie wir die Partie angehen, um mit einem Sieg zurückzukehren. Der wäre sehr wichtig für uns in dieser Phase, der würde uns noch mehr Ruhe geben nach den turbulenten Wochen, die wir zuletzt hatten."

Batshuayi gehört "sicher zum Kader"

Bei der Verwirklichung des Vorhabens darf Batshuayi eventuell bereits mithelfen. Der 24-Jährige kommt aus dem laufenden Spiel- und Trainingsbetrieb des FC Chelsea zum BVB, steht demnach "voll im Saft", wie es Stöger formuliert. "Jetzt liegt es an uns, wie schnell wir ihn ins Gefüge bekommen", sagt der 53-Jährige, der der Leihgabe einen Einsatz in Aussicht stellt: "Ob Michy direkt von Beginn an spielt, weiß ich noch nicht. Aber er wird sicher zum Kader gehören."

Das gilt auch für Manuel Akanji, den zweiten Winter-Einkauf des BVB. Doch ob der Innenverteidiger im dritten Anlauf auch endlich sein Debüt für die Borussen feiern darf, ist noch offen. Die zuletzt ordentlichen Dienste von Sokratis und Ömer Toprak im Defensivzentrum haben Stöger noch keine Veranlassung gegeben, Akanji zu bringen.

Luxusproblem für Stöger durch Akanji

Der BVB-Trainer erklärt den Unterschied zwischen Batshuayi und Akanji wie folgt: "Bei zentralen Stürmern ist es in der Regel einfacher, sie einzubauen, als bei Positionen im Defensivbereich. Diese Jungs sind dazu da, Tore zu schießen. Das ist zwar die schwierigste Aufgabe, aber wenn sie das können, dann können sie das in der Regel bei jedem Klub. Im Defensivverbund fällt es mir dagegen schwerer, jemanden rauszunehmen, wenn es die aufgestellten Spieler einigermaßen gut machen." An Akanjis grundsätzlichem Leistungsvermögen läge das nicht. Im Gegenteil: "Manuel ist von seiner Qualität her eigentlich kein Spieler für die Bank. Es ist ein Luxusproblem für mich, wenn man so will." Davon freilich hat Stöger derzeit nicht allzu viele.

Umso wichtiger wäre ein Erfolg in Köln. Anders bliebe Stögers Hoffnung auf mehr Ruhe wohl vor allem eins: ein frommer Wunsch.

Matthias Dersch

Die Punkteschnitte der BVB-Trainer seit 2000