Bundesliga

Augsburgs Präsident Hofmann zu 50+1: "Alle Ausnahmeregelungen gehören abgeschafft"

Präsident des FC Augsburg äußert sich im kicker-Interview

Hofmann zu 50+1: "Alle Ausnahmeregelungen gehören abgeschafft"

FCA-Präsident Klaus Hofmann

Kritisiert Ausnahmeregelungen bei 50+1: Augsburgs Präsident Klaus Hofmann. imago, picture alliance

Nach den Werksklubs Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg sowie der TSG Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp strebt aktuell auch Martin Kind bei Hannover 96 eine Sonderregelung in Sachen 50+1 an. Kind will sich - ähnlich wie Hopp - einer Ausnahme bedienen, nach der ein Gesellschafter die Mehrheit bei einem Klub übernehmen kann, wenn er sich mindestens 20 Jahre lang in erheblichem finanziellen Maße bei dem Verein engagiert hat.

Ein Stein des Anstoßes für FCA-Präsident Hofmann: "Es gibt zu viele schwammige Regelungen und Formulierungen, die auslegungsfähig und nicht eindeutig sind. Somit sind Konstrukte geschaffen worden, welche die nicht klaren Formulierungen der Lizenzierungsbedingungen entsprechend auslegen", kritisiert er. "All diese Ausnahmeregelungen halte ich für schädlich."

Alle Ausnahmeregelungen gehören abgeschafft. Dann bleibt die Frage: Was macht man mit 50+1? Entweder müssen sich alle daran halten oder man schafft die Regel ab.

FCA-Präsident Klaus Hofmann

Die Schaffung solcher "Hilfskonstrukte" sorge für "große Unsicherheit", es sei falsch, immer neue Sonderregelungen einzuführen. "Die aktuelle Situation ist unhaltbar", empfindet Hofmann und schlussfolgert: "Alle Ausnahmeregelungen gehören abgeschafft. Dann bleibt die Frage: Was macht man mit 50+1? Entweder müssen sich alle daran halten oder man schafft die Regel ab."

Denkbar sind beide Alternativen für Hofmann, der mit der Hofmann Investoren GmbH, deren Geschäftsführer er ist, 99 Prozent der Anteile und 49 Prozent der Stimmen an der seit 2005 in eine KGaA ausgegliederten Profiabteilung des FC Augsburg hält. "In anderen Ländern gibt es diese Regel nicht", führt er an. "Trotzdem hat sie in der Vergangenheit nicht geschadet. 50+1 ist nicht der Totengräber des deutschen Fußballs. Die Stimmung in unseren Stadien unterscheidet sich von der in England, auch mit 50+1 kann man mehr Erfolg in Europa haben. Ich habe Sympathie dafür, dass jeder Verein die Diskussion selbst führen kann, ob er 50+1 haben will oder nicht."

Im ausführlichen Interview im kicker (Montagausgabe) spricht Hofmann außerdem über das Lizenzierungsverfahren, Probleme beim Financial Fair Play - und seinen Lieblingsfeind Leipzig.

bru/dab