Hertha: Der Tscheche ist zurück, aber nicht mehr gesetzt

Dardai: "Darida hat jetzt Druck"

Vladimir Darida

Arne Maier macht ihm mächtig Dampf im Kampf um einen Platz in der Startelf: Vladimir Darida. imago

Youngster Arne Maier (19) liefert seit Wochen gute Arbeit ab, auch gegen den BVB machte er an der Seite von Routinier Per Skjelbred (30) auf der Doppelsechs einen wachen, unbekümmerten Eindruck. Skjelbred, als Balleroberer fürs Berliner Spiel nahezu unverzichtbar, spulte am Freitagabend mit 12,44 Kilometern das größte Pensum von allen Profis ab. Die Laufstärke ist auch bei Vladimir Darida eine der hervorstechendsten Qualitäten. In seinen bisher absolvierten vier kompletten Bundesliga-Spielzeiten war er zweimal laufstärkster Profi des deutschen Fußball-Oberhauses. Und 2013/14 (hinter Christoph Kramer) sowie 2016/17 (hinter Alessandro Schöpf) landete er in diesem Ranking jeweils auf Platz zwei. Jetzt muss Darida, der 2015 vom SC Freiburg kam und im Sommer 2016 nach einer überzeugenden ersten Saison in Berlin ein Angebot des späteren Champions-League-Halbfinalisten AS Monaco ausschlug, eine neue Erfahrung machen: Er ist nicht mehr automatisch gesetzt, sondern muss um seinen Platz kämpfen. "Vladi hat jetzt Druck", sagt Trainer Pal Dardai. "Arne Maier ist sein Konkurrent als Sechser. Da muss Vladi durch."

Duda hat zugelegt - Auch Lazaro Kandidat für die Zehn

Auf der Zehn, wo ihn Dardai wegen Ondrej Dudas Langzeit-Ausfall 2016/17 oft benötigte, hat der Coach inzwischen auch mehr Alternativen. Duda, im Herbst wegen seiner körperlichen Verfassung von Dardai mehrfach angezählt, hat zugelegt. Trotz zweier extrem unglücklicher Szenen gegen Dortmund, als er erst Salomon Kalou das mögliche 2:0 verdarb, weil er im Abseits stehend an den Ball ging, und dann am eigenen Strafraum gegen BVB-Bubi Jadon Sancho den Ball vertändelte und das 1:1 verursachte, wird Duda weitere Bewährungschancen kriegen. Bei Hertha glaubt man unverändert an das fußballerische Potenzial des Slowaken, der mit seiner Spielintelligenz und seinen Pässen in die Schnittstellen eine Bereicherung für die Berliner Offensive sein kann. Auch Sommer-Neuzugang Valentino Lazaro, gegen Dortmund als Rechtsaußen im Einsatz und mit feiner Vorarbeit auf Davie Selke Vater des Berliner Führungstreffers, kann auf der Zehn spielen – und, wie beim Spiel in Leipzig (3:2) im Dezember gesehen, auch weiter hinten im zentralen Mittelfeld.

"Darida ist ein anderer Zehner als Duda oder Lazaro", sagt Dardai. "Wer dann jeweils auf der Zehn spielt, hängt auch vom Gegner und vom Spielverlauf ab." Die Empfehlung des Ungarn an Darida, der vorm Saisonstart seinen Vertrag bei Hertha bis 2021 verlängert hatte und sich im November einer Knie-Arthroskopie unterzog: "Vladi muss einfach Gas geben."

Steffen Rohr

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