Serie A, 21. Spieltag: Kurzer Winterschlaf ist schon wieder vorbei

Napolis Prüfung und das große Spalletti-Wiedersehen

Marek Hamsik

Publikumsliebling und am Status von Legende Diego Maradona dran: Napoli-Kapitän Marek Hamsik. imago

Steilvorlage von Neapel?

Die SSC Napoli, die erstmals seit 1989 wieder über einen Jahreswechsel ganz oben steht, darf den 21. Spieltag der Serie A am kommenden Sonntagmittag (12.30 Uhr) eröffnen: Der Herbstmeister gastiert bei Atalanta Bergamo, das sich in dieser Saison einmal mehr immens teuer verkauft und mit 30 Punkten aussichtsreich im Kampf um die internationalen Plätze liegt. Die Lombarden sollen dennoch keine Hürde für die Neapolitaner sein, die die stärkste Saison seit der letzten Meisterschaft 1990 spielen und deswegen das Zeug haben, den Serienmeister aus Turin (sechs Scudetti in Folge) in die Schranken zu weisen.

Spielersteckbrief Buffon

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Hamsik Marek

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Nainggolan Radja

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Icardi Mauro

Serie A - 21. Spieltag
Serie A - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SSC Neapel
54
2
Juventus Turin
53
3
Lazio Rom
46

"Der Scudetto ist und bleibt unser oberstes Ziel", sagt SSC-Kapitän Marek Hamsik, der inzwischen mit 116 Pflichtspieltoren für die Partenopei an Legende Diego Maradona (115) vorbeigezogen ist und in diesem Zuge nochmals an diesen wundervollen Moment beim 3:2 gegen Sampdoria Genua erinnert hat: "Als 60.000 Fans aufgestanden sind und meinen Namen gesungen haben, da habe ich Gänsehaut bekommen. Daran werde ich mich immer erinnern." Genauso wie an eine Meisterschaft, womit er sich in Neapel endgültig auf eine Stufe mit Legende Maradona stellen würde: "Den Scudetto hier in diese Stadt zu bringen, das ist mein Traum, an dem ich arbeite. Und an den ich fest glaube."

Den Scudetto hier in diese Stadt zu bringen, das ist mein Traum, an dem ich arbeite.

Marek Hamsik

Doch Vorsicht: Der jetzige Kontrahent Atalanta bewies erst kürzlich, dass er Napoli ein Schnippchen schlagen kann. Im Viertelfinale der Coppa Italia flog Napoli nämlich nach einem 1:2 zu Hause aus dem Wettbewerb. Nun geht es in die Lombardei ins Atleti Azzurri d'Italia. "Dort in diesem Stadion erwartet uns erneut eine äußerst schwierige Aufgabe. Außerdem haben wir negative Erfahrungen mit ihnen gemacht: Jetzt im Pokal - und vergangene Saison haben sie uns in beiden Ligaspielen besiegt (0:1, 0:2; Anm.d.Red.)." Im Hinspiel war den Süditalienern dagegen ein klares 3:1 gelungen, an das sie anknüpfen wollen. Sonst droht eine Steilvorlage, die die Konkurrenz im Falle des Falles natürlich nutzen will...

Dank Allegri: Juve weiter bärenstark

Massimiliano Allegri

Seit 2014 im Amt bei Juventus Turin - und seitdem höchst erfolgreich: Massimiliano Allegri. imago

Allen voran Juventus Turin würde dann wohl parat stehen. Denn die Alte Dame, die mit aktuell 50 Punkten nur einen Zähler hinter Napoli rangiert und zum Abschluss dieser 21. Runde Außenseiter CFC Genua am späten Montagabend (20.45 Uhr, LIVE!-Ticker bei kicker.de) erwartet, befindet sich nämlich in voller Fahrt. Seit elf Pflichtspielen haben die Bianconeri nicht mehr verloren - und in diesem Zeitraum nur ein einziges Gegentor kassiert (3:1 bei Hellas).

Weil auch in der Champions League weiter das dritte Finale seit 2015 sowie die Coppa-Titelverteidigung folgen könnte, scheint bei der Juve alles im Lot zu sein. Kürzlich feierte Trainer Massimiliano Allegri im 134. Spiel mit den Turinern auch noch seinen 100. Ligaerfolg, insgesamt sind es bei 195 Auftritten 137 Siege. Eine Gewinn-Quote von 70,26 Prozent macht ihn, von Interimstrainern abgesehen, zum erfolgreichsten Juve-Coach aller Zeiten.

Maldini-Rekord winkt - Wie geht es mit Buffon weiter?

"Oftmals wird Allegri unterschätzt und nicht adäquat gewürdigt", findet zum Beispiel Torwartlegende Gianluigi Buffon, der aktuell die einzige Sorge bei Juventus zu sein scheint. Denn es war wahrlich nicht der Jahresabschluss, den sich "Grande Gigi" erhofft hatte. Erst verhinderte das Play-off-Aus gegen Schweden seine sechste und damit die Rekordteilnahme bei einer WM. Und nun zwickt seit Wochen dieser verflixte Oberschenkel - eine Blessur, die eine andere Bestmarke verhindern könnte. Die letzte Partie bestritt der Kapitän am 1. Dezember in Neapel, sein Serie-A-Spiel Nummer 629. Sollte gegen den CFC Genua kommenden Montag erneut sein designierter Nachfolger Wojciech Szczesny auflaufen, dürfte sich Buffon vom Einsatzrekord verabschieden. Denn um Milan-Ikone Paolo Maldini (647) einzuholen, müsste der Keeper in allen restlichen 18 Partien mitwirken.

Gianluigi Buffon

Die letzten Monate verliefen für Juve-Legende Gianluigi Buffon nicht nach Plan. imago

Oder hängt "Super-Gigi" am Ende vielleicht doch noch eine Saison dran? Schließlich hatte Juve-Vizepräsident Pavel Nedved jüngst erzählt: "Er selbst entscheidet das gemeinsam mit Präsident Agnelli. Gigis Leistungen sind immer großartig und wir sind froh, ihn hier bei uns zu haben. Er hat außerdem noch nicht verkündet, dass er am Ende der Saison aufhört."

Spalletti gegen den Ex-Klub

Luciano Spalletti

Muss sich mit seinem Ex-Klub AS Rom herumschlagen: Inter-Coach Luciano Spalletti. imago

Heiß hergehen wird es an der Tabellenspitze auch beim Topspiel zwischen Inter Mailand und der AS Roma am Sonntag (20.45 Uhr, LIVE!-Ticker bei kicker.de). Denn sowohl die Nerazzurri (42 Punkte), die seit vier Ligaspielen nicht mehr gewonnen haben und obendrein mit 0:1 n.V. im Coppa-Viertelfinale an Erzrivale Milan gescheitert sind, als auch die seit drei Serie-A-Partien sieglosen und ebenfalls aus dem Pokal ausgeschiedenen Giallorossi (1:2 gegen Torino) müssen schleunigst wieder in die Spur finden. Sonst geht nichts mehr in Sachen Meisterschaft.

Damit steckt eigentlich schon genug Brisanz in diesem Clinch. Doch es gibt noch mehr - allen voran das mit Spannung erwartete Roma-Wiedersehen mit Luciano Spalletti. Der ehemalige AS-Coach, der trotz erfolgreicher Jahre in der Hauptstadt nicht besonders stark verehrt wurde, trainiert inzwischen Inter und möchte seinen Ex-Klub natürlich ohne Punkte nach Hause schicken - genauso wie beim glücklichen 3:1-Sieg im Hinspiel.

Icardi, El Shaarawy, Nainggolan: Transfergerüchte

Zusätzliches Störfeuer gibt es bei beiden Vereinen aktuell auch noch aufgrund diverser Transfergerüchte. Immer wieder kommt dieser Tage auf, dass Inter-Kapitän Mauro Icardi angeblich bei Real Madrid hoch im Kurs stehen soll. Die Roma dagegen könnte eventuell noch Stephan El Shaarawy oder den zuletzt mit einer Eskapade aufgefallenen Star Radja Nainggolan verlieren. Letzterer soll in China bei Guanghzou Evergrande im Gespräch sein. Allerdings wäre dies ein herber sportlicher Verlust für die Giallorossi, die damit eine feste Stammkraft (139 Ligaspiele seit Januar 2014) verlieren würden.

mag

Grande Serie A: Legenden, Kanoniere, Tifosi