Bundesliga

"Ich bin bissig" - Wolfsburgs Neuzugang Steffen über seine Spielweise und seine Ziele in der Bundesliga

VfL-Einkauf freut sich über das Lob von Hitzfeld

Neu-Wolf Steffen: "Ich bin bissig"

Renato Steffen

Erhielt großes Lob von Ottmar Hitzfeld: VfL-Neuzugang Renato Steffen. picture alliance

Der Ruf, der ihm aus seiner Heimat vorauseilt, ist interessant. Wird über Renato Steffen gesprochen, ist von einem schnellen, technisch starken Spieler die Rede, jedoch folgt schnell ein Aber. Auf dem Platz, so heißt es, sei er ein Heißsporn. Von den eigenen Fans geliebt, von den gegnerischen verachtet. Ottmar Hitzfeld ordnet Steffen in der Donnerstagausgabe des kicker indes durchweg positiv ein: "Er lässt sich nichts gefallen, aber er ist kein unfairer Spieler. Sondern jemand, den man lieber im eigenen Team hat."

Steffen freut's, was Hitzfeld sagt. Zumal der frühere Erfolgscoach dem Flügelspieler sportlich ein Spitzenzeugnis ("Er hat die Klasse für die Bundesliga") ausstellt. "Das ehrt mich", sagt der Steffen, "aber ich muss es auch auf den Platz bringen." Daran arbeitet der VfL-Neuzugang mit der Rückennummer 8, die zuletzt Relegationsretter Vieirinha trug. Und die Sache mit dem Heißsporn? "Ich bin bissig. Aber ich sehe mich nicht so schlimm wie die Schweizer", erzählt der 26-Jährige ganz entspannt. "Ich bin nicht der Größte und musste lernen, wie ich meinen Körper einsetzen kann."

Spielersteckbrief R. Steffen
R. Steffen

Steffen Renato

VfL Wolfsburg - Die letzten Spiele
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VfL Wolfsburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

"Ich musste nicht zweimal überlegen"

Ob er dies schon am Sonntag beim Rückrundenauftakt in Dortmund machen darf, ist noch offen. Wahrscheinlicher aber ist, dass der Eidgenosse, dem nach der Winterpause die Vorbereitung fehlt, eine Woche später gegen Frankfurt sein Startelfdebüt feiert. "Bereit ist man immer", sagt Steffen, der den nötigen Respekt für die Bundesliga mitbringt. "Ich weiß, dass ich viel arbeiten muss im physischen Bereich."

Vorschau

Ist denn Wolfsburg für den Offensivmann, der mit Basel ins Champions-League-Achtelfinale eingezogen ist, wo Manchester City als Gegner wartet, ein Fortschritt? Natürlich, sagt Steffen nach Jahren in der Schweizer Super League. "Das ist ein Schritt nach vorne, das war immer mein Traum." Schon im Sommer gab es den Kontakt zu VfL-Manager Olaf Rebbe, nun ging der Deal nahezu geräuschlos über die Bühne. Steffen betont: "Ich musste nicht zweimal überlegen."

Über Wolfsburg zur WM nach Russland?

Wolfsburgs Neuer macht einen guten Eindruck. Offen ("Ich bin nicht kompliziert, ich gehe auf die Leute zu. Ein Fußballteam ist wie eine kleine Familie"), musikalisch ("Ich singe sehr gerne, bevorzuge Balladen") und geerdet kommt er daher. Steffen machte einst eine Ausbildung zum Maler und Anstreicher. "Ich weiß, wie es ist, wenn ich um sieben Uhr aufstehen und auf die Baustelle gehen muss."

Seine neue Baustelle wird voraussichtlich der rechte VfL-Flügel. Dort will er am liebsten zur WM durchstürmen. Mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic hat sich Steffen rund um den Transfer ausgetauscht. Jetzt liegt es an ihm. "Es geht immer um meine Leistung. Wenn ich die bringe, ist die Nati immer ein Thema." Ein Konkurrent in der Schweiz ist der Ex-Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri. "Von der Größe und der Spielart her ähneln wir uns. Aber da brauche ich noch ein paar Muskeln..." Die lässt er von nun an auf jeden Fall in Wolfsburg spielen.

Thomas Hiete

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