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Guardiola: "Echte Probleme" ohne Winterneuzugänge

Legt Manchester City im Winter nach?

Guardiola: "Echte Probleme" ohne Winterneuzugänge

Pep Guardiola

Rund 250 Millionen Euro gab sein Arbeitgeber in dieser Saison schon aus - Pep Guardiola sieht trotzdem noch Bedarf. imago

2004/05, als er die Saison mit der Premier-League-Rekordpunktzahl von 95 beendete, stand der FC Chelsea nach 16 Spieltagen bei 39 - Manchester City hat aktuell 46.

2009/10, als er die Saison mit dem Premier-League-Torrekord von 103 beendete, stand der FC Chelsea nach 16 Spieltagen bei 40 - Manchester City hat aktuell 48.

2009/10, als er die Saison mit der Premier-League-Rekordtordifferenz von +71 beendete, stand der FC Chelsea nach 16 Spieltagen bei +27 - Manchester City hat aktuell +37.

Mendy, Stones, Kompany: Guardiola wittert eine Gefahr

Noch nie also dominierte eine Mannschaft die Premier League so sehr, wie es aktuell Pep Guardiolas Mannschaft tut: 15 Siege und ein Remis nach 16 Partien, 14 Siege in Folge, elf Punkte Vorsprung. Und trotzdem wittert der Trainer eine Gefahr.

Manchester City werde "Probleme, echte Probleme" damit bekommen, alle Wettbewerbe zu bewältigen, wenn im Winter nicht auf dem Transfermarkt nachgelegt werde: So prophezeite es Guardiola vor dem Gastspiel bei Schlusslicht Swansea heute Abend (20.45 Uhr). Und er könnte damit sogar Recht haben - obwohl City erst im Sommer rund 250 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben hat.

Wieder ausgewechselt: Auf Kompany ist einfach kein Verlass

Denn: Mit Linksverteidiger Benjamin Mendy (Kreuzbandriss) und Innenverteidiger John Stones (Oberschenkelverletzung) fehlen zwei Abwehrspieler noch lange, mit Kapitän Vincent Kompany ist ein weiterer zu anfällig, um 90 Minuten oder überhaupt zu spielen. Mendy, die mit fast 60 Millionen Euro teuerste Verpflichtung vor der Saison, fällt noch bis April aus, Stones laut Guardiola noch "vier oder fünf Wochen". Und Kompany musste Guardiola erst im Derby bei Manchester United (2:1) wieder wegen anhaltender muskulärer Probleme zur Pause auswechseln.

"In diesem Bereich haben wir einfach zu wenige Spieler", sagt Guardiola. Deswegen denke er über Winterneuzugänge nach, vor allem über einen weiteren Innenverteidiger. "Aber ich kann noch nichts sicher sagen." Im Old Trafford rückte zunächst Sechser Fernandinho für Kompany in die Viererkette zurück, ehe Guardiola nach einer Stunde Eliaquim Mangala brachte, den er im Sommer schon verkaufen wollte und jetzt plötzlich gut gebrauchen kann. Für Mendy springt seit Wochen der gelernte Mittelfeldspieler Fabian Delph mit Bravour ein.

Allein im Dezember stehen ManCity noch sechs Pflichtspiele bevor

In der Breite gibt es also tatsächlich Bedarf, solange Mendy und Stones fehlen und Kompany ein ewiges Risiko ist. Und ein wenig Frische kann sogar ManCity, der souveräne Premier-League-Spitzenreiter und Champions-League-Achtelfinalist, gebrauchen: Allein im Dezember warten noch sechs Pflichtspiele, und von den letzten fünf endete keines "zu null".

Den Gegentor-Rekord, ebenfalls aufgestellt von Chelsea 2004/05 mit 15, wird Guardiolas Elf also eher nicht brechen: Sie hat "schon" elf kassiert.

jpe