2. Bundesliga

Es rumort gewaltig bei Union Berlin

Leistner und Polter hadern mit fehlender Kritik-Fähigkeit

Es rumort gewaltig bei Union Berlin

Seine Mitspieler sollen Kritik besser annehmen: Union-Angreifer Sebastian Polter (r., mit Kapitän Felix Kroos).

Seine Mitspieler sollen Kritik besser annehmen: Union-Angreifer Sebastian Polter (r., mit Kapitän Felix Kroos). imago

Mit fünf Punkten Rückstand auf Rang drei ist Union noch immer dick im Aufstiegsrennen dabei, aktuell sind nur Fortuna Düsseldorf, der 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel im Unterhaus besser. Doch die Entlassung von Jens Keller zeigte, dass die Stimmung bei den Köpenickern nicht die beste ist. Dass Nachfolger Hofschneider sein Debüt gegen Dresden mit 0:1 verlor, passte ins Bild.

Anschließend redeten die Spieler aber vor allem über einen Punkt: fehlende Kritik-Fähigkeit innerhalb der Mannschaft. "Wenn man jemandem etwas sagt, ist es schwierig bei dem einen oder anderen. Man muss mit Kritik umgehen können, sich etwas sagen lassen. Das ist ein Lernprozess", haderte Abwehrchef Toni Leistner. In die gleiche Kerbe schlug Angreifer Sebastian Polter: "Es geht darum, von dem einen oder anderen einzufordern, kritikfähig zu sein im Umgang miteinander, dass man auch etwas annimmt, wenn ein Mitspieler etwas sagt."

Polter: "Wir spielen seit Wochen keinen überragenden Fußball"

Nach Aufstiegseuphorie hören sich diese Worte wahrlich nicht an. Und Polter fügte an: "Wenn du Erfolg hast, sprichst du wenig über negative Sachen. Wir spielen seit Wochen keinen überragenden Fußball. Wichtig ist, dass man Sachen offen anspricht." Bei den Eisernen fehlt es gerade allerdings an den "Basics". Union gewann keines seiner letzten vier Ligaspiele, kassierte dabei zehn Gegentreffer. Polters Ansage: "Wir machen uns nicht kaputt, wenn wir auch mal defensiv gut stehen." Darüber hinaus mangelt es dem Klub gerade auch an der Leidenschaft, dem absoluten Kämpfergeist. "Es hat auch gefehlt, dass die Fans sehen: Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen", gestand Polter ehrlich ein.

Das hätte ein Signal für die Mannschaft werden können.

Union-Coach André Hofschneider über Polters Chance

Hofschneiders Fazit nach dem Schlusspfiff fiel deutlich aus: "Am Ende war es ein verdientes Ergebnis. Wir haben in einigen Situationen die falschen Entscheidungen getroffen, trotzdem hätten wir in Führung gehen können. Insgesamt war das Ergebnis zur Pause gerecht. Nach der Halbzeit hatten wir die große Chance von Sebastian Polter, das hätte ein Signal für die Mannschaft werden können. Anschließend hatte Dresden mehr vom Spiel und hat am Ende verdient gewonnen."

Nun wartet zum Abschluss des Kalenderjahres das schwere Heimspiel gegen Absteiger Ingolstadt - das Hinspiel haben die Eisernen mit 1:0 gewonnen. Und wenn das geschafft ist, will Leistner in der Winterpause den "Resetknopf" drücken: "Dann muss analysiert werden, was schiefgelaufen ist."

msc

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