Verletzungssorgen nach dem Kraftakt in Köln

Freiburg: Hinrundenaus für Lienhart

Philipp Lienhart

Verletzte sich am rechten Knie: Philipp Lienhart musste in Köln schon früh ausscheiden. imago

Als der Sportclub in Köln zur Pause mit 1:3 zurück lag, sei in der Kabine Thema gewesen, "dass sie sich aus der Situation nur selbst befreien können, und das haben sie eindrucksvoll gemacht", sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier. So sehr er sich über diese Energieleistung freute, blickte er dennoch sorgenvoll voraus auf das Heimspiel gegen Gladbach. Am zweiten Tag nach einem Spiel seien die Spieler "am müdesten", gab auch Trainer Christian Streich zu bedenken. Aber er betonte, dass er sich nicht beklagt habe über die Ansetzung der DFL, er habe "nur mit dem Kopf geschüttelt". Saier hingegen hatte deutliche Kritik geübt und sein "Unverständnis" zu Protokoll gegeben. Nach dem 4:3 in Köln versuchte er sich trotzdem in Optimismus: "Erstmal war es richtig kräftezehrend, aber geht auch um Emotionalität, und die kann dich jetzt tragen."

Ärger über die enge Taktung äußerten auch die Spieler, wollen sie nun aber in eine Trotzreaktion umwandeln und als Zusatzmotivation nutzen. "Die Fans werden uns nach vorne peitschen und ich hoffe, dass wir in einen Flow kommen", sagte Christian Günter, der nach dem gedrehten Spiel in Köln auch noch ein Kompliment an seine Kollegen loswerden wollte, "dass wir Kopf oben behalten haben, dass jeder daran geglaubt und dafür gefightet hat". Günter hat alle bisherigen Pflichtspiele über die volle Distanz bestritten. Ob er gegen Gladbach die gleiche Energie auf den Platz bringen kann wie in den vergangenen Spielen, konnte der 24-Jährige nicht vorhersagen: "Ich bin selbst gespannt, wie es mir in zwei Tagen geht, ich kann es nicht einschätzen."

Die Aufstellung wird Streich aber nicht nur deswegen erschwert, sondern auch wegen möglicher Ausfälle. Philipp Lienhart hat sich nach längerer Pause erneut – diesmal am rechten Knie - verletzt: Bei dem Österreicher wurde ein Teilriss des Außenbandes diagnostiziert. Er wird bis zum Beginn der Rückrunde ausfallen. Noch unklar ist, ob ihn am Dienstagabend Caglar Söyüncü ersetzen kann, der wegen muskulärer Probleme in Köln fehlte und dessen Einsatz auch gegen Gladbach gefährdet ist. Mittelfeldspieler Nicolas Höfler zog es nach dem Sieg in Köln schnell in die Kabine, weil er leicht angeschlagen war.

Streich: "Gladbach hat immer noch fünf Raketen"

Die Frage wird zudem sein, ob der SC wie in den meisten Fällen in dieser Saison auf eine Dreierkette setzt oder wie nach dem Rückstand in Köln auf ein 4-4-2, das zu der gelungenen Aufholjagd entscheidend beigetragen hat. "Tim Kleindienst hat es im Zentrum gut gemacht hat, er hat viele Bälle festgemacht, das hat uns total geholfen", erklärte Streich. Der Stürmer hatte in der 18. Minute beim Stand von 0:2 aus Sicht der Freiburger den zentralen Abwehrspieler Julian Schuster ersetzt und neben Dreifachtorschütze Nils Petersen gespielt.

Neben Taktik und Personal zählen für Streich am Dienstag aber vor allem die Faktoren "Wille und Einstellung" - mehr noch als sonst. Abgesehen davon setzt er auf die Heimstärke seiner Mannschaft: "Daheim haben wir es meist gut gemacht, das ist ein Pfand, das wir haben." Gegen Gladbach müssten dennoch alle "an der oberen Kante" spielen, wenn der SC erfolgreich sein will. Vor allem die Offensivkräfte der Borussia hob der SC-Trainer hervor. "Wenn sie vorne drei bis vier Verletzte haben, haben sie immer noch fünf Raketen", sagte Streich, der sich zwar auf das Wiedersehen mit seinen Ex-Spielern Vincenzo Grifo und Matthias Ginter freut, gleichzeitig aber hofft, "dass sie einen schlechten Tag haben".

Daniela Frahm