Replik auf Kritik an Wolf und Co.

Reschke: "Scholl ergießt sich in Oberflächlichkeit"

Nicht erfreut über die Aussagen von Mehmet Scholls: Michael Reschke.

Nicht erfreut über die Aussagen von Mehmet Scholls: Michael Reschke. imago

Wörtlich hatte Scholl erklärt: "Die Tedescos, die Wolfs - sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben." Sein Vorwurf: Die jungen Coaches seien nicht wirklich an den Menschen und Fußballern interessiert, den DFB-Trainerlehrgang bezeichnete er als Gehirnwäsche. Nachwuchstrainer prägten den Kindern ein, ständig abzuspielen. "Sie dürfen sich nicht mehr im Dribbeln ausprobieren. Stattdessen können sie 18 Systeme, rückwärtslaufen und furzen." Und weiter: "Nebenbei werden die Riberys und Robbens aussortiert, weil sie unbequem sind. Auch die Machtmenschen wie Effe (Stefan Effenberg, d. Red.), die dann am Ende den Unterschied ausmachen können, werden aussortiert."

Harte Worte Scholls. Vor allem, dass der Europameister von 1996 explizit Wolf, der den VfB im Sommer zurück in die Bundesliga geführt hatte, nannte, stößt Reschke sauer auf: "Ich kann nur über Hannes Wolf sprechen: Einen Trainer, der junge Spieler akribisch und erfolgreich formt und auf ein nächstes Level hebt."

Der Sportvorstand der Schwaben, die um 20.30 Uhr Bayer Leverkusen empfangen (LIVE! bei kicker.de), findet, dass es "zwischen Witzigkeit und alberner Oberflächlichkeit" immer noch eine breite Lücke bestehe. "Mehmet Scholl hat diesen Spagat allerdings heute geschafft. Ich finde es traurig, dass Mehmet Scholl sich zum wiederholten Male in Oberflächlichkeit ergießt und hoffe zumindest für ihn, dass er seine Aussagen selbst nicht so ernst nimmt."

Benni Hofmann