Stürmer nach der Niederlage gegen Frankfurt frustriert

Selke: "Die wussten nicht, wo vorne und hinten ist"

Verärgert über die Niederlage gegen Frankfurt: Herthas Davie Selke.

Verärgert über die Niederlage gegen Frankfurt: Herthas Davie Selke. imago

Nach dem 2:0 vor einer Woche beim 1. FC Köln wollte Hertha mit einem Heimsieg gegen Frankfurt an den Hessen in der Tabelle vorbeiziehen und den Kontakt zu den Europapokal-Plätzen herstellen. Weil sich Hertha bei einer Ecke übertölpeln ließ und Mitchell Weiser in der Schlussphase unfreiwillig für Kevin-Prince Boateng auflegte, wurde daraus aber nichts. Mit 1:2 musste sich Hertha geschlagen geben - und das, obwohl die Gastgeber einen Start nach Maß erwischt hatten.

Nach einer überlegen geführten Anfangsphase und dem ersten Liga-Tor von Rekordeinkauf Davie Selke für Hertha im Olympiastadion verloren die Berliner allerdings den Faden. Weil sie ihn bis zum Ende der Partie nicht wiederfanden und eine gute Anfangsphase allein nicht reicht, verlor der Europa-League-Teilnehmer erstmals in dieser Saison trotz einer zwischenzeitlichen Führung. Das alles wurmte Selke gewaltig.

Spielersteckbrief Selke

Selke Davie

Gegentore durch einen Standard und einen "individuellen Fehler"

"Das tut sehr weh. Es ist sehr, sehr ärgerlich. So ein Spiel darfst du nie verlieren, vor allem nicht nach so einem guten Start von uns, wo Frankfurt gar nicht wusste, wo vorne und hinten ist", sagte der Stürmer und fuhr fort: "Mich würde mal interessieren, wie viel Ballbesitz Frankfurt in den ersten 30 Minuten hatte. Dann machen sie durch einen Standard ein Tor, das auch nicht in jedem Spiel fällt. Das zweite Tor machen sie durch einen individuellen Fehler von uns. Sie stehen mit gefühlt zehn Mann hintendrin und schlagen die Bälle nach vorne und nehmen die drei Punkte mit. Das ist wirklich hart."

Richtig ist, dass Hertha über 90 Minuten nicht unbedingt schlechter war. Richtig ist aber auch, dass Frankfurt aufgrund der Steigerung und der besseren Chancenverwertung am Ende einer in der zweiten Halbzeit ausgeglichenen Partie nicht unverdient als Sieger dastand. Selke, der kurz nach Schlusspfiff keine Erklärung für den Einbruch seiner Mannschaft parat hatte, fiel es jedoch hörbar schwer, sich damit abzufinden.

"Es ist für mich ein Rätsel, wie wir das Ding verlieren können. Ich habe uns absolut nicht schwächer gesehen, sondern wir müssen mindestens einen Punkt holen. Am Ende passiert noch so ein Gegentor, das ist Wahnsinn", sagte der Mittelstürmer und befand: "Dass die Frankfurter noch drei Punkte mitnehmen, ist, ich muss es wiederholen, Wahnsinn."

Jan Reinold