Bundesliga

Fall Horst Heldt: Kölns Präsident Werner Spinner plaudert Gesprächsinhalte aus

Kölner Macher lassen Hannover 96 aufhorchen

Fall Heldt: Spinner plaudert Gesprächsinhalte aus

Horst Heldt

Horst Heldt und der 1. FC Köln - zu diesem geplatzten Wechsel kommen immer mehr Details ans Licht. imago

Der 1. FC Köln hat Horst Heldt am Donnerstag abgesagt , Hannover 96 inzwischen eine "gemeinsame Zukunftsvision" mit dem Manager entwickelt. Man könnte das Thema also abhaken - tut es aber nicht. Nachdem Heldt am Samstag bei "Sky" erklärt hatte, dass der FC den ominösen Headhunter beauftragt habe, der ihn als möglichen Nachfolger von Jörg Schmadtke kontaktierte, legten tags darauf die FC-Verantwortlichen nach: in bemerkenswerter Deutlichkeit und ohne dass ihnen überhaupt eine Frage dazu gestellt worden wäre.

Er wolle noch einmal etwas "für alle Ewigkeit" klarstellen, begann Geschäftsführer Alexander Wehrle, der mit Präsident Werner Spinner eigentlich zu der Pressekonferenz geladen hatte, um die Trennung von Peter Stöger bekanntzugeben . Und zwar: "Wir haben uns am Montag, den 23. Oktober, von Jörg Schmadtke getrennt, und am gleichen Tag, am Montagabend, bekomme ich einen Anruf von einem Vertrauten, den ich sehr gut kenne und den Horst Heldt sehr gut kennt. Und der hat mir gesagt: 'Pass auf, Alex, der Horst, der kommt mit dem Fahrrad nach Köln'. Dann habe ich gesagt: 'Dann soll er mal seine Reifen aufpumpen.'"

Glauben Sie allen Ernstes, dass ich auf die Idee gekommen wäre, Fredi Bobic in Frankfurt anzurufen, mit dem ich zufälligerweise auch mal zusammengearbeitet habe? Nie-mals!

Alexander Wehrle

Die Initiative, sollte das heißen, sei also eindeutig von der Heldt-Seite ausgegangen. "Er hatte zu dem Zeitpunkt mit Hannover 15 Punkte und war auf Platz sechs, wir hatten zwei und waren auf Platz 18. Glauben Sie allen Ernstes", fragte Wehrle sichtlich aufgebracht, "dass wir ihn auf die Liste gesetzt hätten? Glauben Sie allen Ernstes, dass ich auf die Idee gekommen wäre, Fredi Bobic in Frankfurt anzurufen, mit dem ich zufälligerweise auch mal zusammengearbeitet habe? Nie-mals! Das muss schon auch mal die Öffentlichkeit erfahren, damit wir mit dieser Legendenbildung aufhören."

Der eingeschaltete "Personalberater", der mehrere Kandidaten ausgesucht habe, sei erst nach dem von Wehrle geschilderten Anruf auf Heldt zugegangen, fügte Spinner an. Danach habe das schon vor vielen Tagen bekanntgewordene Gespräch zwischen Heldt und dem FC stattgefunden, über das Heldt 96-Boss Martin Kind auch informiert habe. Und was Spinner über dessen Inhalte ausplauderte, dürfte 96 und Heldt, der nach eigener Aussage mit Kind im neuen Jahr über einen Aufstieg zum Geschäftsführer sprechen wird, aufhorchen lassen.

Spinner: Heldt war sich "tausendprozentig" sicher, bei 96 "rauszukommen"

Bei dem Treffen will Spinner Heldt nämlich "drei- oder viermal gefragt" haben: "'Herr Heldt, sind Sie sicher, dass Sie aus Hannover rauskommen? Und da hat er mir gesagt: Tausendprozentig bin ich sicher." Kind dagegen hatte von Anfang an unmissverständlich kundgetan, dass eine Freigabe für Heldt unter keinen Umständen infrage komme - mehrfach öffentlich und auch Spinner gegenüber. Sah Heldt das, zumindest zu diesem Zeitpunkt, anders?

"Ich habe diese Frage mehrmals gestellt", so Spinner weiter, "weil das am Ende des Tages ein wichtiges Kriterium ist, ob ich mit jemandem weiterrede. Deshalb habe ich sehr intensiv nachgefragt. Diese Aussage wurde dann in den folgenden Gesprächen immer etwas weicher, und dann haben wir diese Sache abgesagt. Punkt. Das ist die Realität."

Wie viele Gespräche gab es nun mit Heldt?

Wobei es im Fall Heldt, den mancher schon als Posse bezeichnet, ja zuletzt immer zwei bis drei Realitäten zu geben schien. Ein Beispiel ist Spinners Aussage selbst: Während er von "folgenden Gesprächen" mit Heldt berichtete, sagte Wehrle einige Fragen später auf der PK eher beiläufig: "Wir haben seit sechs Wochen mit mehreren Kandidaten gesprochen, und zwar mehrfach. Mit Horst Heldt haben wir nur einmal gesprochen."

jpe

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