Bundesliga

Stöger und Köln: Die Zeichen stehen auf Abschied - Treffen am Abend - "Entscheidung wird sicher fallen"

Pressekonferenz um 12 Uhr am Sonntag

Stöger und der FC: Die Zeichen stehen auf Abschied

Peter Stöger

Bedankte sich nach dem 2:2 auf Schalke bei den Kölner Fans: FC-Trainer Peter Stöger. imago

Trainer Peter Stöger hat mit seinem 1. FC Köln, dem er seit 2013 angehört, einen Teilerfolg geschafft. Mit dem 2:2 beim Tabellendritten Schalke 04 beendete der Österreicher im 150. Punktspiel mit seinem Team die jüngste Negativserie von vier Bundesliga-Niederlagen am Stück. Bei lediglich drei Zählern aus 14 Spielen, einer Tordifferenz von minus 21 und einem Rückstand auf den kommenden Gegner Freiburg (Sonntag, 13.30 Uhr) von neun Zählern bleibt die Lage des Tabellenletzten jedoch akut.

Auch die Frage nach dem Verbleib von Stöger kursiert natürlich ständig im Rheinland - zumal dieser selbst im Vorfeld gesagt hatte: "Ich könnte mit jeder Entscheidung leben, aber es muss eine her. Es wäre vor allen Dingen für die Mannschaft wichtig."

Nach dem 2:2 auf Schalke nahm Stöger gegenüber "Sky" erneut Stellung zu einem etwaigen Rücktritt oder einem Verbleib in der Domstadt - zumal sich der Coach direkt nach Spielschluss ausgiebig bei den mitgereisten Fans bedankte und vor diesen sogar leicht verbeugend seine Cap zog.

Stöger: "Wir haben abgesprochen, dass eine klare Lösung hermuss"

"Es ist auch ein Zeichen an die Fans. Denn man hat gesehen, dass sie die Mannschaft trotz der fehlenden Punkte tragen. Es ist beeindruckend, mit welcher Standfestigkeit die Spieler unterstützt werden", so Stöger anfangs, um dann zu den allseits beliebten Spekulationen der Medien Stellung zu nehmen: "Hineininterpretiert wird in diesen Zeiten sowieso immer etwas. Wir warten jetzt einfach alle mal ab, was passiert. Wir haben jedenfalls in den letzten Tagen probiert, die Mannschaft etwas zu befreien. Das hat gut geklappt. Wir sind alle heute wirklich sehr, sehr zufrieden. Wir haben viele Dinge besser gemacht als zuletzt."

Spielbericht

Eines stellte Stöger aber klar - und zwar, dass es eine kurzfristige Lösung mit ihm nicht geben wird: "Ich gehe davon aus, dass das jetzt klar kommuniziert wird. Eine Entscheidung wird sicher fallen. Wir haben abgesprochen, dass eine klare Lösung hermuss." Und das ist sei "keine Drei-Tages-Lösung" bis zum nächsten Spiel am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr), dem Europa-League-Duell mit Roter Stern Belgrad.

Nein, das stimmt nicht, dass ich in der Kabine meinen Rücktritt verkündet habe.

Peter Stöger gegenüber dem kicker

Der Kölner "Express" vermeldete wenige Minuten nach dem Schlusspfiff auf Schalke, dass sich Stöger in der Kabine bereits von der Mannschaft verabschiedet habe. Gegenüber dem kicker sagte Stöger allerdings: "Nein, das stimmt nicht, dass ich in der Kabine meinen Rücktritt verkündet habe."

Fakt ist allerdings, dass es am Samstagabend noch ein Treffen zwischen dem Coach und den FC-Verantwortlichen geben wird. Die Zeichen stehen klar auf Abschied.

Ruthenbeck könnte übernehmen, Anfang als Wunschlösung für Neuanfang

Wer die Kölner Profis im Falle eines Stöger-Abschieds übernehmen wird, ist noch unklar: Als Kandidaten wurden Kölns Nachwuchstrainer Stefan Ruthenbeck, der im Profifußball bisher den VfR Aalen und die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Liga betreut hatte, "kontaktiert". Auch der Name Markus Anfang, der Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel derzeit auf Rang eins führt, steht auf der Liste. Anfang gilt als Wunsch-Kandidat für einen Neuanfang.

Ungeschicktes Treffen mit Dietmar Beiersdorfer

Dietmar Beiersdorfer

Ein Kandidat als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln? Dietmar Beiersdorfer. imago

Neben der Trainerthematik beschäftigt Köln derzeit auch die Suche nach einem Nachfolger für Jörg Schmadtke, dem Geschäftsführer Sport beim FC. Am Freitag trafen sich Kölner Vereinsvertreter mit Dietmar Beiersdorfer. Dabei handelte es sich um Mitglieder des "Gemeinsamen Ausschusses", nicht um Personen aus dem Vorstand oder der Geschäftsführung. Dieser Ausschuss hat als höchstes Kontrollgremien beim FC das Recht auf Zustimmung oder Ablehnung bei Maßnahmen und Geschäften von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung.

Namentlich trafen sich Dr. Karl-Ludwig Kley und Stefan Müller-Römer mit dem ehemaligen Hamburger Vorstandsboss, um dessen mögliche Bereitschaft, als Schmadtke-Nachfolger einzusteigen, abzuklopfen. Passenderweise zum aktuellen Durcheinander beim Klub aus der Domstadt fand das Treffen in einem Hotel mitten in der Kölner Innenstadt statt.

mag/flu

Bilder zur Partie FC Schalke 04 - 1. FC Köln