Langkamp wird wohl rechtzeitig fit

Dardai: Nicht die Zeit für Techniker Duda

Dardai und Duda

Derzeit höchstens in der Joker-Rolle: Herthas Techniker Ondrej Duda (#10). imago

In welcher Besetzung Hertha BSC das Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen Eintracht Frankfurt angeht, verriet Hertha-Coach Pal Dardai auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag noch nicht. Gute Nachrichten konnte der Ungar in Sachen Sebastian Langkamp vermelden. Der Innenverteidiger, der sich am vergangenen Wochenende beim 2:0 in Köln an der Hüfte verletzt hatte, kehrte am Freitag laut Dardai ins (nicht-öffentliche) Mannschaftstraining zurück. "Er hat heute voll mittrainiert. Wenn er morgen das Training überlebt, kann er spielen", sagte Berlins Trainer.

Hertha-Coach kündigt Offensiv-Fußball an

Obwohl Dardai um die Konterstärke der Hessen weiß, die von seinem ehemaligen Mitspieler Niko Kovac trainiert werden, soll Hertha von Beginn an offensiv agieren. "Frankfurt ist sehr, sehr gut organisiert, sie stehen gut, warten auf Fehler und wollen kontern. Trotzdem gehen wir Risiko und wollen Offensiv-Fußball spielen", kündigte Dardai an und erklärte: "Wenn sie uns auskontern, sind wir selber schuld, aber wir wollen unbedingt gewinnen und nach vorne spielen - nicht weil ich unerfahren bin, sondern weil ich nicht warten will. Wir wollen Anfang an Dampf machen."

Kein Platz für Duda

Trotz dieser offensiven Ausrichtung wird für Spielmacher Ondrej Duda vermutlich erneut kein Platz in der Startelf sein. Der Slowake, der 2016/2017 wegen eines Knochenmarködems im Knie und eines Muskelfaserrisses in seiner Debütsaison in Berlin verletzungsbedingt nahezu komplett aussetzen musste, spielte zuletzt keine Rolle. "Vor der vorletzten Länderspielpause hat er bei uns ganz gut gespielt, aber dann kommt er zurück (von der Nationalmannschaft, Anm. d. Red.), und ich weiß nicht, was passiert ist", begann Dardai seine Ausführungen über den 22-Jährigen und sagte: "Vielleicht ist er in ein körperliches Loch gefallen. Er konnte nach 60 Minuten nicht mehr so laufen."

Dardai bevorzugt schnellen Lazaro

Das ist natürlich schlecht, aber nicht der einzige Grund für Dudas Nicht-Berücksichtigung in den vergangenen Partien. Zu den von Dardai angemerkten Fitness-Defiziten kommt eine für Duda derzeit ungünstige Gesamtsituation hinzu. In einem System mit zwei Stürmern, auf das Hertha zuletzt verstärkt setzte, ist kein Platz für einen klassischen Zehner. Dardai probierte es stattdessen mit zwei Sechsern und zwei Außen - oder in einer offensiven Mittelfeld-Dreierreihe in der zentralen Position mit Sommer-Neuzugang Valentino Lazaro. Der Österreicher ist variabel einsetzbar und "durch seine Schnelligkeit ein Umschaltspieler als Zehner", wie Dardai erklärte. Und diesen Spielertyp bevorzugt Dardai aktuell, denn "die Situation spricht im Moment nicht für einen klassischen Zehner, sondern mehr für das Umschaltspielt, mehr für Anlaufen, mehr für Aggressivität. Dafür ist Tino der bessere Spielertyp".

Momentan funktioniert die Mannschaft. Jetzt braucht du nichts ändern. Das ist Pech für Ondrej. Er hat momentan schlechte Karten.

Pal Dardai

Abgeschrieben ist Duda deshalb aber nicht. Dardai attestierte dem mitunter noch zu verspielten Techniker, dass der sich im Training gesteigert habe. "Er hat ein richtig gutes Fitnessprogramm gekriegt. Und er ist ein wichtiger Spieler bei Hertha BSC, er kann eine sehr wichtige Rolle spielen. Es wird der Moment kommen, in dem Ondrej wieder von Anfang an spielt, dann muss er sich zeigen", sagte Dardai und fasste in der für ihn typischen, direkten Art zusammen: "Momentan funktioniert die Mannschaft. Jetzt braucht du nichts ändern. Das ist Pech für Ondrej. Er hat momentan schlechte Karten."

Jan Reinold

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