3. Liga

Drittligisten begehren gegen DFB auf

"Dies entbehrt jeglicher sportlichen Fairness"

Drittligisten begehren gegen DFB auf

3. Liga: Eigenes Logo, eigene Vorstellung.

3. Liga: Eigenes Logo, eigene Vorstellung. imago

"Dies entbehrt jeglicher sportlichen Fairness in der Wertschätzung der erbrachten Leistungen der Meisterteams und Vereine über eine gesamte Saison hinweg. Gerade Absteigern aus der 3. Liga droht durch die teilweise fehlende Möglichkeit des direkten Wiederaufstiegs in dieser Zweiklassengesellschaft der Regionalligen finanziell der Kollaps", argumentieren die 20 Klubs in einem gemeinsamen Statement.

Momentan läuft alles auf eine Beibehaltung von fünf Regionalligen bei künftig vier Aufsteigern hinaus. Darauf deuten Aussagen von DFB-Präsident Reinhard Grindel und ein Antrag des Nordostdeutschen Fußballverbandes NOFV für den Bundestag am 8. Dezember in Frankfurt/Main hin. Dort wird über die künftige Gestaltung der Regionalligen abgestimmt. Offen scheint derzeit nur die Verteilung der vier Aufstiegsränge. Der NOFV-Antrag fordert ein Los-System für alle fünf Viertliga-Meister. Grindel dagegen plädierte zuletzt dafür, dass "die Regionalligen West und Südwest ihr eigenes Aufstiegsrecht bekommen". Die Titelträger der Ligen Nord, Nordost und Bayern müssten demnach Aufstiegsplatz drei auslosen, das verbliebene Duo eine Relegation zur 3. Liga spielen - der Unterlegene schaut in die Röhre. "Wir brauchen auf einem Bundestag eine tragfähige Mehrheit. Ich bezweifle, dass es für eine Regionalliga Süd, die 40 Prozent der Herrenmannschaften repräsentiert, aber nur 25 Prozent der Aufsteiger hätte, eine Chance für eine Mehrheit gibt", sagt Grindel im Interview in der heutigen Printausgabe des kicker, betont aber zudem die Wichtigkeit des Weiterbestehens einer Nordostliga. Dies scheint aber aus DFB-Sicht nur in einem Fünf-Ligen-Modell darstellbar.

Es scheint, als habe der Verband auch bei der aktuellen Thematik die Belange der Liga aus den Augen verloren.

Statement der 20 Drittliga-Klubs

So oder so. Die Drittligisten sehen sich "ohne Berücksichtigung ihrer Interessen mit einem vierten Absteiger konfrontiert". Und sie werfen dem DFB mangelnde Kommunikationsbereitschaft vor, nachdem sie im September einen Forderungskatalog an den Dachverband geschickt haben. "Bis zum heutigen Tage hat sich der Verband hierzu nicht geäußert", bemängeln die Vereine und legen nach: "Es scheint, als habe der Verband auch bei der aktuellen Thematik die Belange der Liga aus den Augen verloren. Die jetzt praktizierte Vorgehensweise widerspricht in unseren Augen deutlich der von DFB-Präsident Reinhard Grindel immer wieder propagierten Vertrauenskultur."

Bevorzugt: Expertenkommission unter Einbeziehung der 3. Liga

In acht Tagen muss die DFB-Spitze den Bundestags-Delegierten mehrheitsfähige Lösungen vorlegen. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass die Drittliga-Vertreter zufrieden aus Frankfurt/Main abreisen werden. Sie bevorzugen die Einsetzung einer Expertenkommission unter Einbeziehung der 3. Liga, die "eine nachhaltige, sportlich und finanziell faire Lösung der Strukturprobleme der Ligen unterhalb der drei bundesweiten Ligen" ausarbeiten soll. Dieser Vorschlag beinhaltet eine gewisse Sprengkraft, denn eine solche Situationsanalyse wäre vor dem 8. Dezember nicht mehr machbar und hätte damit zur Folge, dass der Tagesordnungspunkt Aufstiegsreform von der Bundestagsagenda verschwinden würde.

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth reagierte inzwischen auf das öffentliche Statement und wies die Kritik zurück .

Benni Hofmann

kicker.tv Hintergrund

"Kompromisslösung": Grindel über Aufstiegsregelung

alle Videos in der Übersicht