Bundesliga

Watzke: BVB "Minimum eine Milliarde Euro wert"

Warum Borussia Dortmunds Aktie wieder steigen werde

Watzke: BVB "Minimum eine Milliarde Euro wert"

Hans-Joachim Watzke am Montag auf Dortmunds Aktionärsversammlung

Blickt voller Zuversicht in die Zukunft: Borussia Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke am Montag. imago

Bis auf einen Spitzenwert von 8,36 Euro (4. Oktober) hatte der Spätsommer-Höhenflug die BVB-Aktie im Umfeld des Dembelé-Verkaufs zum FC Barcelona getragen. Mittlerweile hat sich das BVB-Papier nach Gewinnmitnahmen in den vergangenen Wochen bei etwas über sechs Euro eingependelt. Der sich daraus ergebende Börsenwert von rund 550 Millionen Euro spiegele die Realität nicht annähernd wider, betonte Klubboss Hans-Joachim Watzke am Montag bei der Aktionärsversammlung : "Dieser Klub ist ganz konservativ kalkuliert Minimum eine Milliarde Euro wert." Das würde einem Aktienkurs von knapp elf Euro entsprechen.

Watzke zeigt sich "absolut überzeugt", dass das BVB-Papier wieder höher notieren wird als die 6,10 Euro von diesem Montag. "Immense stille Reserven" bei den Spielerwerten, die bevorstehende Vertragsverlängerung mit Vermarkter Lagardère, die ab 2020 "Effekte im achtstelligen Bereich" bringen soll, und deutliche Sponsoring-Zuwächse auf annähernd 100 Millionen Euro jährlich befeuern Watzkes Zuversicht. Die Neufassung der Zusammenarbeit mit Vermarkter Lagardère werde die finanziellen Möglichkeiten des BVB "dramatisch verändern".

Watzke: Jahresergebnis "nicht so üppig, aber ansehnlich"

Am Ende eines Jahres, das Watzke in seinem 46-minütigen Geschäftsbericht als das "anspruchsvollste und herausforderndste" seiner Amtszeit (seit 2005) bezeichnete, bilanzierten der BVB-Boss und Finanzgeschäftsführer Thomas Treß einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro. 5,5 Millionen - oder sechs Cent je Aktie - spendiert die Borussia ihren Anteilseignern als Dividende. Das Jahresergebnis bewertete Watzke als "nicht so üppig, aber ansehnlich". Der Rekordumsatz lag bei 405,7 Millionen Euro. Das sind 7,8 Prozent mehr als in der Vorsaison.

Fast ein Drittel des Umsatzes (31 Prozent) entfiel auf die TV-Vermarktung (125,8 Millionen), die 43,2 Millionen Euro oder 52,3 Prozent mehr in die Kassen spülte als im Jahr zuvor. 87,3 Millionen Euro generierte der BVB aus Werbung (Vorjahr: 84,6 Millionen) - 77,3 Millionen aus Transfers, im Wesentlichen aus den Verkäufen von Henrikh Mkhitaryan (Manchester United), Matthias Ginter (Mönchengladbach), Adrian Ramos (China) oder Jakub Blaszczykowski (Wolfsburg).

Scouting-Bereich wird neu sortiert

Einen leichten Rückgang verzeichneten die Umsätze im Merchandising, die um 353.000 Euro auf 39,5 Millionen Euro sanken. Auch die Erlöse aus dem Spielbetrieb blieben mit 43,9 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Während die Einnahmen aus dem nationalen Spielbetrieb nahezu unverändert blieben, obwohl eine Partie im Signal-Iduna-Park unter Ausschluss der Südtribüne stattfinden musste, führten auf internationaler Ebene drei Heimspiele weniger als 2015/16 zu einer Mindereinnahme von 2,8 Millionen Euro.

Mit einer Neu-Organisation des Scouting-Bereichs wird der BVB auf den Weggang von Sven Mislintat (zum FC Arsenal) reagieren. Die schwarz-gelbe Strategie sieht weiter vor, wie bei Ousmane Dembelé oder Christian Pulisic "Top-top-Talente zu finden und zu veredeln" (Watzke). Transfers in einer Größenordnung von 100 Millionen Euro zu stemmen, schließt Dortmunds Geschäftsführer dagegen weiter aus.

Thomas Hennecke

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