Regionalliga

Fanprotest beim China-Auftakt? "Dann ist es eben so"

Gegner Schott Mainz freut sich vor allem über die Einnahmen

Fanprotest beim China-Auftakt? "Dann ist es eben so"

Er bedankte sich vor dem Auftakt für die Unterstützung der deutschen Vereine: Chinas Team-Manager Shao Jiayi.

Er bedankte sich vor dem Auftakt für die Unterstützung der deutschen Vereine: Chinas Team-Manager Shao Jiayi. imago

Für Regionalliga-Aufsteiger Schott Mainz standen die 15.000 Euro, die jeder Klub für das Testspiel am spielfreien Wochenende kassiert, im Mittelpunkt der Überlegungen. "Den sportlichen Stellenwert können wir erst nach Spiel beurteilen, das mediale Interesse ist jetzt schon enorm groß, für uns als kleiner Verein war der finanzielle Anreiz der ausschlaggebende Punkt", sagt Schott-Manager Till Pleuger. Von Fanprotesten ist dem Verein bisher nichts bekannt, "aber wir sind vorbereitet. Wenn was kommt, dann ist es eben so."

"Die 15.000 Euro entsprechen in etwa der Summe, die ein Ligasponsor jedem Klub bringen würde", argumentiert DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. Er begreift die Testspielreihe als gutes Mittel, um den teilweise klammen Regionalliga-Vereinen finanziell unter die Arme zu greifen. Um so überraschter war die Regionalliga-Geschäftsführung, dass die Idee mit der chinesischen Olympia-Auswahl nicht überall auf Gegenliebe stieß: Waldhof Mannheim, die Stuttgarter Kickers und TuS Koblenz verzichten auf eine Teilnahme.

TSV Schott Mainz - Die letzten Spiele
Idar-Oberstein Idar-Oberstein (A)
3
:
1
TSV Gau-Odernheim TSV Gau-Odernheim (A)
6
:
4
Regionalliga Südwest - 20. Spieltag
Regionalliga Südwest - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Saarbrücken 1. FC Saarbrücken
46
2
Offenbach Kickers Offenbach
39
3
Waldhof Waldhof Mannheim
37

"Das ist nicht unser Stil": Zimmermann zu Fan-Forderungen

Ursprünglich war für Mitte dieser Woche ein Fandialog mit verschiedenen Bündnissen vorgesehen, der jedoch nicht zustande kam. Zimmermann bemängelte, dass die Fans Forderungen gestellt hatten, zum Beispiel ausgewählte Medien zu den Gesprächen zuzulassen. "Das ist nicht unser Stil", erklärte Zimmermann, "wir hätten gerne eine duale Runde gemacht, zunächst unter Ausschluss der Medien und danach ein Gespräch mit Medien, dann allerdings auch mit allen."

Der frühere Bundesliga-Profi Shao Jiayi (Energie Cottbus, MSV Duisburg, 1860 München) blendet die Kritik an der Testspielrunde weitgehend aus: "Ich bedanke mich bei allen Vereinen, die gegen uns antreten. Ohne deren Unterstützung wären wir nicht nach Deutschland gekommen." Die Mannschaft residiert im thüringischen Teistenburg, ein Tag vor dem Spiel zieht sie jeweils in ein Hotel in Frankenthal um. "Für uns ist das Projekt sehr wichtig, es ist die erste Maßnahme der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China, die im November 2016 beschlossen wurde", so Team-Manager Shao.

Lesen Sie hier "Tour Südwest: Spielplan von Chinas U 20 steht fest".

Michael Ebert