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Zeuge packt unter Eid aus: Katar-Stimme gekauft

Prozess im FIFA-Korruptionsskandal in New York

Zeuge packt unter Eid aus: Katar-Stimme gekauft

Alejandro Burzaco

Brachte vor Gericht schwere Vorwürfe gegen Ex-FIFA-Funktionäre und Medienkonzerne vor: Zeuge Alejandro Burzaco. picture alliance

Burzaco war selber ins Visier der Justiz geraten und hatte sich 2015 schuldig bekannt. Seine Firma habe über 10 Jahre lang Bestechungsgelder für TV-Rechte an CONMEBOL-Führungskräfte gezahlt, sagte Burzaco aus.

Grondona war eines von 22 Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees, das im Dezember 2010 in Zürich Russland und Katar zu WM-Gastgebern 2018 und 2022 bestimmte.

Burzaco bezichtigte zudem drei weitere ehemalige Funktionäre aus Südamerika der Bestechlichkeit, namentlich den ehemaligen Präsidenten des brasilianischen Verbandes Jose Maria Marin, den früheren peruanischen Verbandspräsidenten Manuel Burga und den früheren Präsidenten des südamerikanischen Verbandes Juan Angel Napout. Sie sollen Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben. Als Gegenleistung sollen sie lukrative TV- und Sponsorenrechte für Fußballturniere an eine Marketingfirma vergeben haben. Die drei Beschuldigten weisen aber die Vorwürfe zurück.

Mehrere ehemalige Fußball-Funktionäre waren nach Ermittlungen der US-Justiz ab Mai 2015 verhaftet worden. Mehr als 40 Personen haben sich inzwischen schuldig bekannt, über 20 Jahre lang mindestens 150 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern angenommen zu haben.

Vorwürfe gegen Medienkonzerne - Berichte über Selbstmord

Burzaco belastete in seinen Ausführungen auch den US-Medienriesen Fox Sports sowie TV Globo (Brasilien), die argentinische Mediengruppe Full Play und MediaPro (Spanien). Alle sollen aus verschiedene Art in die millionenschweren Schmiergeldzahlungen beteiligt gewesen sein. Der Fox-Mutterkonzern 21st Century Fox wies die Anschuldigungen allerdings umgehend zurück.

Belastet wurden von Burzaco auch die Argentinier Jorge Delhon und Pablo Paladino, die als Angestellte eines Regierungsprogramms ("Fußball für alle") ebenfalls Schmiergeld im Tausch gegen TV-Rechte genommen haben sollen. Lokale Medien berichten, Delhon habe sich nach der Verhandlung vor einen Zug im Großraum Buenos Aires geworfen und sei dabei gestorben. Die Polizei hat den Vorfall allerdings nicht bestätigt, auch ist unklar, ob es einen Zusammenhang mit dem Prozess gibt.

sam/dpa/sid