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Reizvolles Ziel: "Deutschland hat unsere Zukunft in der Hand"

Französische Spieler kommen gerne in die Bundesliga

Reizvolles Ziel: "Deutschland hat unsere Zukunft in der Hand"

Franzosen in der Bundesliga: Der Mainzer Abdou Diallo, Bayerns Kingsley Coman, Dortmunds Dan-Axel Zagadou und Gladbachs Michael Cuisance (v.l.).

Franzosen in der Bundesliga: Der Mainzer Abdou Diallo, Bayerns Kingsley Coman, Dortmunds Dan-Axel Zagadou und Gladbachs Michael Cuisance (v.l.). imago

Borussia Dortmund war für ihn nur eine Durchgangsstation, daraus hat Ousmane Dembelé nie einen großen Hehl gemacht. Für das französische Talent war die Bundesliga nicht das große Ziel, er wollte von Anfang an zum noch "heißeren" FC Barcelona. Für viele seiner jungen Landsleute ist das anders. "Deutschland", schrieb die Sporttageszeitung "L'Equipe" am Montag groß auf ihrem Titel, "hat unsere Zukunft in der Hand."

Beispielsweise die von Abdou Diallo (21, Mainz 05), jene von Jean-Kevin Augustin (20), Dayot Upamecano (19) und Ibrahima Konaté (18, alle RB Leipzig), von Dan-Axel Zagadou (18, Dortmund) oder Michael Cuisance (18, Gladbach). Dabei nicht vergessen werden dürfen Sebastien Haller (23, Frankfurt), Sehrou Guirassy (21, Köln) und Corentin Tolisso (23, Bayern München), der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte . Viele von ihnen kamen im vergangenen Sommer nach Deutschland - keiner von ihnen ist älter als 23. Amine Harit (20, Schalke 04) gehörte auch in diese Kategorie, hat sich inzwischen aber für Marokko entschieden.

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Deschamps: "Die Bundesliga ist hervorragend"

"Ich finde, dass die Bundesliga hervorragend ist", sagte Frankreichs Nationaltrainer Deschamps vor dem Duell mit Deutschland in Köln am Dienstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de): "Ich denke auch an Kingsley Coman, der beim FC Bayern spielt, wo immer Druck ist, wo viel gefordert wird. Das ist eine gute Sache. Sie entwickeln sich in Deutschland weiter, haben hohe Anforderungen, Tag für Tag." Benjamin Pavard (21) vom VfB Stuttgart ist so gerade erst Nationalspieler geworden .

Die Ausbildung der Bundesligisten genießt einen exzellenten Ruf. Deutschland bietet eine Chance, aufzusteigen und danach noch halbwegs in Ruhe zu reifen, bevor es beispielsweise in die von Stars überflutete Premier League oder zu den ganz großen spanischen Vereinen geht.

Diallo, der junge Mainzer, sieht das Modell Bundesliga nüchtern. "Wenn die Qualität stimmt, zeigen die Deutschen Interesse, und sie haben die Mittel, uns zu verpflichten", so der Innenverteidiger, der aus Monaco gekommen war. Beim FSV, berichtet er, "haben sie nicht gesagt, wir wollen dich, weil du jung bist, sondern: Wir wollen dich, weil du spielen sollst."

Was schwer fällt? "Die Disziplin, die Strenge"

Selbstverständlich sei Deutschland "nicht das Paradies auf Erden". Das liege an der Sprachbarriere, der Kälte - und auch am größten Unterschied, den er ausgemacht hat: "Die Disziplin, die Strenge. Hier wagt es kein Spieler, über Trainingszeiten, Masseure oder andere Mitarbeiter zu diskutieren."

Die deutschen Vereine bedienen sich gerne im Nachbarland. In Frankreich sind noch Juwelen zu entdecken, feinst geschult in den hervorragenden französischen Nachwuchs-Akademien, beispielsweise in Clairefontaine (bei Paris). Zumal noch zu halbwegs anständigen Preisen. "Donnant, donnant", wie man sagt - geben und nehmen. 19 Franzosen sind übrigens in der laufenden Bundesliga-Saison eingesetzt worden, das bedeutet den dritten Platz hinter Österreich (24) und der Schweiz (23). Zu ihnen gehört auch Franck Ribery, der inzwischen seit zehn Jahren beim FC Bayern spielt. Von wegen nur Durchgangsstation.

msc/sid

Junge Franzosen in der Bundesliga