Bundesliga

Grindels verwirrender TV-Auftritt - Präzisierung via DFB

Keine weitere Änderung beim Videobeweis

Grindels verwirrender TV-Auftritt - Präzisierung via DFB

Reinhard Grindel

Schon wieder Irritationen um den Videobeweis - diesmal löste sie DFB-Präsident Reinhard Grindel selbst aus. picture alliance

Am Sonntagabend veröffentlichte der DFB auf seiner Website ein Interview mit seinem Präsidenten Reinhard Grindel, und zwar nicht obwohl, sondern weil dieser bereits am Vormittag beim "Sport1-Doppelpass" über das Thema Videobeweis referiert hatte. Es galt mal wieder, Irritationen auszuräumen.

Grindels TV-Aussagen hatten die Interpretation zugelassen, der DFB nehme beim Videobeweis die nächste Kurskorrektur vor, diesmal nur in die andere Richtung - und setze ihn künftig nicht einmal mehr bei klaren Fehlentscheidungen ein. "Es geht um die Vermeidung von Wahrnehmungsfehlern. Es geht nicht darum, Schiedsrichterfehler zu korrigieren", sagte Grindel.

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2
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22
3
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20

Konkret: "Soll es nur um Wahrnehmungsfehler gehen, wie es auch die Grundlage der Regelhüter des IFAB vorsieht? Oder soll auch bei klaren Schiedsrichter-Fehlern, die jedenfalls der Assistent so erkennt, korrigiert werden, wie es Herr Krug wollte? Wir sind der Meinung, dass letztere Variante zu viele Diskussionen, zu viel Kommunikation und zu viel Verunsicherung auslöst. Das schafft nicht die Klarheit, die wir brauchen."

"Natürlich wird es beim DFB nicht schon wieder eine neue Ausrichtung geben"

Am Abend stellte Grindel via DFB-Website klar: "Natürlich wird es beim DFB nicht schon wieder eine neue Ausrichtung für den Einsatz des Video-Assistenten geben. Es bleibt bei dem, was wir in der vergangenen Woche, nachdem Lutz Michael Fröhlich die Projektleitung übernommen hat, immer wieder kommuniziert haben."

Und zwar: "Der Video-Assistent soll sich strikt an das Protokoll des IFAB halten, sprich nur bei ganz klaren Fehlentscheidungen einschreiten. Bei strittigen Szenen, bei denen er vielleicht eine andere Auffassung oder Wahrnehmung hat als der Schiedsrichter, soll er nicht eingreifen." Gefragt sei er bei Szenen, "die der Schiedsrichter gar nicht gesehen hat und deshalb keine Entscheidung treffen konnte. Darüber hinaus aber eben auch bei Szenen, die er nach seiner Wahrnehmung klar sieht und bewertet, der Video-Assistent nach wenigen Sekunden aber anhand der TV-Bilder erkennt, dass der Schiedsrichter mit seiner Wahrnehmung und damit seiner Entscheidung klar falsch lag."

Alles also wie einst zu Saisonbeginn kommuniziert - und wie vergangene Woche , nachdem der DFB eine heimlich vorgenommene Kurskorrektur für "gegenstandslos" erklärt hatte. Dass der DFB allerdings erneut Irritationen ausräumen musste, die er selbst gestiftet hatte, zeigt: Die Kommunikation bleibt wohl die derzeit größte Baustelle beim Videobeweis.

jpe

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