WM-Play-offs: Italien muss ein 0:1 in Mailand aufholen

Der Geist von San Siro? "Es gibt keine Entschuldigung"

Leonardo Bonucci (Mitte)

Schwört seine Teamkollegen noch auf dem Feld aufs Rückspiel ein: Italiens Abwehrchef Leonardo Bonucci (Mitte). Getty Images

Schweden steht vor der Sensation, Italien vor dem GAU: Das 0:1 im Hinspiel der WM-Play-offs im schwedischen Solna bringt die Squadra Azzurra in eine Lage, in der sie nicht stecken will. Die stolze Fußballnation, die sich seit der Weltmeisterschaft 1958, die damals auch noch passenderweise in Schweden gestiegen war, immer für das größte Endturnier im Fußball qualifiziert hat, steht mit dem Rücken zur Wand. Das schier Unmögliche ist plötzlich möglich: eine WM ohne den viermaligen Weltmeister Italien!

Die erschreckend schwachen Leistungen der Nationalmannschaft, für die der 69-jährige Giampiero Ventura die Verantwortung trägt, schrieben damit ein neuerliches Kapitel. Denn bereits in der WM-Qualifikationsgruppe G mit Spitzenreiter Spanien marschierten die Italiener vornehmlich mit arg durchschnittlichen Leistung auf Platz zwei ein. Nicht akzeptabel, wenn es nach Verbandschef Carlo Tavecchio geht, der zuletzt schon vom Worst-Case-Szenario gesprochen hatte: "Wenn wir die WM verpassen, käme das einer Apokalypse gleich."

WM-Qualifikation Play-offs - Hin- und Rückspiel
Spielersteckbrief Buffon

Buffon Gianluigi

Spielersteckbrief Bonucci

Bonucci Leonardo

Spielersteckbrief Darmian

Darmian Matteo

Spielersteckbrief Belotti

Belotti Andrea

Trainersteckbrief Andersson

Andersson Janne

Trainersteckbrief Ventura

Ventura Giampiero

Bonucci: "San Siro muss uns zur Hand gehen"

Genau dieser GAU scheint nach dem überraschenden 0:1 in Schweden, in dem sich die Azzurri über die vollen 90 Minuten arg ideenlos, planlos und auch unsicher (Fehlpässe am Fließband) zeigten, mehr als möglich zu sein. Viel mehr als ein paar Druckphasen gegen clever verteidigende Schweden, die auf den Rängen von Ex-Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic beobachtet wurden, oder zwei Großchancen für Angreifer Andrea Belotti (6.) und Abwehrmann Matteo Darmian (70., Pfosten) sprangen im Grunde nicht heraus.

Reden will aktuell keiner der Aktiven über das drohende Chaos, sollte die WM 2018 in Russland wirklich verpasst werden. Dafür sind die Nationalspieler jetzt schon zu sehr aufs Rückspiel am kommenden Montag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) besinnt - wo in Mailand in San Siro unbedingt die Kastanien aus dem Feuer geholt werden sollen.

Leonardo Bonucci und Gianluigi Buffon

Auf ihre immense Erfahrung wird es im Rückspiel ankommen: Leonardo Bonucci (30) und Weltmeister Gianluigi Buffon (39). Getty Images

"Wir müssen im zweiten Spiel den Schalter umlegen und einen regelrechten Kampf liefern", fordert Abwehrrecke Leonardo Bonucci ein. Die Schweden seien seinem Team an diesem Abend nämlich physisch überlegen gewesen, was sich schleunigst in den kommenden 90 oder 120 Minuten ändern müsse. Ausflüchte sucht der Milan-Profi, der im Sommer von Juventus wechselte und damit mit Italien an seiner neuen Heimstätte aufschlagen wird, derweil nicht: "Es gibt keine Ausreden für heute und für Montag." Das sieht sein Trainer Ventura genauso: "Wir müssen in Mailand alles geben und das Resultat umbiegen. San Siro muss uns dabei zur Hand gehen, uns lautstark unterstützen - und wir müssen eine starke Leistung abliefern, um das Publikum mitzureißen."

Ausflüchte?

Ein bisschen zum Jammern war Ventura, dem besonders von landesinternen Medien seit einiger Zeit Kritikwellen entgegenschlagen, übrigens auch aufgelegt: "Wenn man das betrachtet, was wir auf dem Feld dargeboten haben, dann ist das Resultat nicht gerecht. Gigi Buffon hat nicht einen Ball richtig halten müssen - und wir hatten Chancen und trafen Aluminium. Ein Unentschieden wäre das Mindeste gewesen, was wir verdient hätten. Auf diesem Niveau muss außerdem ein Schiedsrichter auch aufmerksamer handeln."

mag

Bilder zur Partie Schweden - Italien