Kiel-Leihgabe wächst am "Abnabelungsprozess"

Seydel, der Debüt-Profi

Aaron Seydel

"Neue Leute, neuer Klub, neue Arbeitsweisen": Aaron Seydel gefällt es bei Holstein Kiel. picture alliance

"Wenn das in einer Nominierung für die U 21 mündet, dann freut mich das." Und gelingt dabei ein Treffer wie in Baku, dürfte das umso mehr der Fall sein. Dabei stellt die aktuelle Saison einen Einschnitt für den Linksfüßer dar. Seit 2005 beim FSV ausgebildet, ließ er sich zum Zweitligaaufsteiger Holstein Kiel ausleihen. "Anfangs war es ungewohnt, ich hatte mit dem Norden ja nicht wirklich viel am Hut. Der Schritt stellte sich sportlich als richtig heraus", erklärt der 21-Jährige.

Seydel und die Störche: Das passt fußballerisch wie optisch - schließlich wirkt der 1,99-Meter-Mann ob seiner langen Stelzen manchmal etwas ungelenk. Er lächelt bei solchen Vergleichen, wohlwissend, dass es nur wenige Stürmer gibt, die bei dieser Körpergröße über eine derart gute Ballbehandlung verfügen.

Spielersteckbrief Seydel

Seydel Aaron

In Mainz arbeitete Seydel neben fußballerischen Aspekten in den vergangenen Jahren vor allem an seiner Körperstabilität. "Das A und O ist bei mir Stabilität im Rumpf, da muss ich viel investieren und weiterarbeiten." Das kommt ihm nun zugute. Nachdem er in der vergangenen Saison eine tragende Säule im Mainzer-Drittliga-Team war, sammelt er nun Praxis eine Ebene weiter oben, auch wenn er in Kiel noch kein Stammakteur ist und meist von der Bank kommt.

"Es ist gut, auch neue Leute, einen neuen Klub und neue Arbeitsweisen kennenzulernen. Ich stehe in einem Prozess der Abnabelung - sportlich wie persönlich. Daran wachse ich." Nur eine Sache fehlt noch: ein Treffer beim Überraschungsteam der 2. Liga. Seydel lächelt und ist selbstbewusst genug zu sagen: "Das kommt - ich bin da, wenn ich gebraucht werde. Momentan haben wir ja genug andere, die Tore schießen."

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