Bundesliga

Jung und wild? Stuttgarts U 23 vor der Auflösung

Reschkes Vorstoß sorgt für Diskussionen

Jung und wild? Stuttgarts U 23 vor der Auflösung

Zukunft offen: Stuttgarts U-23-Team.

Zukunft offen: Stuttgarts U-23-Team. imago

Die Überprüfung von Sinn und Zweck der U 23 steht schon seit einiger Zeit auf der Agenda vieler Klubs. Frankfurt, Leipzig und Leverkusen haben ihre zweite Mannschaft bereits vom Spielbetrieb abgemeldet. Sportvorstand Reschke hat nun in Stuttgart die gleichen Pläne. Der VfB II spielt seit dem Abstieg 2016 unter Coach Andreas Hinkel in der Regionalliga.

Reschke geht es um eine "Optimierung der Nachwuchsförderung", er betont aber auch, dass die "Nachwuchsabteilung für den Verein von überragender Bedeutung bleibt. Für die talentiertesten Nachwuchsspieler werden wir sehr gewissenhaft, sehr professionell und in ihrem Sinne eine optimale Talentförderung betreiben." Darauf könne sich jeder verlassen.

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

VfB Stuttgart II - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Trainersteckbrief Wolf

Wolf Hannes

Die Nachwuchsabteilung der Schwaben produzierte zuletzt schon nicht mehr den gewohnten "Output" an Talenten. Der VfB bot am neunten Spieltag bei Leipzig (0:1) zwar die drittjüngste Startformation (24,63 Jahre) auf, die jungen Spieler waren aber mit Ausnahme von Timo Baumgartl allesamt nicht aus dem Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum. Der Innenverteidiger gab sein Debüt bei den Profis indes bereits 2014/15. Timo Werner, der als 17-Jähriger jüngster Debütant bei den Schwaben war, stand immerhin beim Gegner auf dem Platz. Andreas Beck und der derzeit verletzte Kapitän Christian Gentner haben den Durchbruch schon vor langer Zeit geschafft, spielten zwischenzeitlich auch für andere Klubs und gehören schon zur älteren Generation.

Wenn jemand glaubt, dass wir dem Nachwuchs auch nur einen Millimeter weniger Beachtung einräumen als in der Vergangenheit, dann ist er auf dem Holzweg.

Sportvorstand Michael Reschke

Kooperation mit Zweit- oder Drittligist?

Seine Pläne will Reschke nicht als ein Abrücken von der Nachwuchsförderung verstanden wissen – im Gegenteil. "Wenn jemand glaubt, dass wir dem Nachwuchs auch nur einen Millimeter weniger Beachtung einräumen als in der Vergangenheit, dann ist er auf dem Holzweg." Denkbar wäre eine Kooperation mit einem aktuellen Zweit- oder Drittligisten, um den hoffnungsvollen U-19-Spielern zu Spielpraxis auf höherem Niveau zu verhelfen.

Ganz spurlos gingen die Pläne an Hinkels Mannschaft offenbar nicht vorbei, denn beim 1. FC Saarbrücken setzte es am Wochenende eine 0:5-Pleite. "Vielleicht war der Zeitpunkt, an dem das Thema öffentlich wurde unglücklich, doch eine Ausrede für diese katastrophale Leistung darf das wahrlich nicht sein. Wir müssen uns aufs Wesentliche auf dem Platz konzentrieren, alles andere wäre unprofessionell", ärgerte sich der Coach über seine Truppe.

RB Leipzig, das am Wochenende gegen den VfB übrigens die jüngste Mannschaft (23,26 Jahre) aufs Feld schickte, ging unter Ralf Rangnick zuletzt den gleichen Weg. Die U 23 tritt seit dieser Saison nicht mehr an. "Mit dieser strukturellen Entscheidung möchte RB Leipzig seine Nachwuchsarbeit weiter optimieren und das U-17- bzw. vor allem das U-19-Team stärken, um Top-Talente noch schneller an den Profi-Kader heranführen zu können", begründeten die Sachsen zuletzt den vieldiskutierten Schritt. Man werde durch diese Umstellung zwar weniger, dafür begabtere Talente ausbilden können.

Lange Durststrecke der A-Junioren

Letzter Titel: Der VfB feiert mit zahlreichen Talenten 2007 die deutsche Meisterschaft. imago

Talente, auf die sich Stuttgart lange Zeit verlassen konnte, die zuletzt aber ausblieben. Mit zehn Meisterschaften ist der VfB zwar Rekordmeister bei den Junioren, der letzte Titel gelang allerdings 2005. 2007 wurden die Profis dann zum letzten Mal deutscher Meister. Die "Jungen Wilden" um Hildebrand, Beck, Tasci, Gentner, Khedira und Gomez wurden damals gefeiert. Seitdem standen die Schwaben aber in keinem Endspiel mehr bei den Junioren, die Profis stiegen zuletzt gar ab. Ein Nachfolger von Baumgartl, Werner, Rüdiger, Kimmich, Gomez, Khedira und Co. ist aktuell nicht in Sicht...

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