Däninnen treten nicht zur Partie gegen Schweden an

Streit ums Geld: Dänemark sagt WM-Quali-Spiel ab

Vize-Europameisterinnen Dänemarks

Die Vize-Europameisterinnen aus Dänemark treten in der WM-Qualifikation gegen Schweden nicht an. imago

Mit der Spielabsage ist der Kampf zwischen dem Verband DBU und der Mannschaft der Vize-Europameisterinnen um einen neuen Rahmenvertrag endgültig eskaliert. "Das ist ein historisch schlechter Tag für die Frauen-Nationalmannschaft und für alle im dänischen Fußball", erklärte Kim Hallberg, "Elitechef" des dänischen Verbandes DBU.

Verhandlungen ziehen sich seit langem

Schon seit fast einem Jahr gibt es Verhandlungen um eine bessere finanzielle Unterstützung unter anderem der Frauen-Nationalmannschft Dänemarks. Dabei habe man Zugeständnisse gemacht, erklärte die DBU in einer Mitteilung. So habe man angeboten, die Ausgaben für die Frauen-Auswahl von umgerechnet rund 350.000 Euro auf etwa 620.000 Euro pro Jahr zu erhöhen. Doch auch der Verband verschwieg nicht, dass es in grundlegenden Punkten weiterhin verschiedene Ansichten gibt.

WM-Qualifikation Frauen - Gruppenspiele
Gruppenspiele
WM-Qualifikation Frauen Tabelle - Gruppe 4
Pl. Verein Punkte
1
Schweden
21
2
Dänemark
16
3
Ukraine
13
4
Ungarn
4
5
Kroatien
3
Tabelle WM-Qualifikation Frauen
Vereinsdaten Schweden

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Vereinsdaten Dänemark

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Diese führten nun dazu, dass die Spielerinnen sich nicht zur Vorbereitung auf das für Freitag vorgesehene Qualifikationsspiel gegen Schweden trafen. Die DBU sagte am Mittwoch in der Folge das Aufeinandertreffen offiziell ab. Als "bedauerlich, aber auch grotesk" bezeichnete es Hallberg, dass die Spielerinnen nicht antraten, obwohl bessere Bedingungen und weitere Verhandlungen angeboten worden seien.

Die EM-Finalrevanche in einem Testspiel gegen die Niederlande im September hatten die Däninnen wegen einer fehlenden finanziellen Grundvereinbarung bereits abgesagt. Im ersten Quali-Spiel in Ungarn (6:1) waren sie mit einer temporären Einigung angetreten.

Männer bieten Verzicht an

Die Männer-Auswahl hatte angeboten, zugunsten des Frauen-Teams auf rund 67.000 Euro im Jahr zu verzichten - unter der Bedingung, dass die Kolleginnen vertraglich die gleichen Grundrechte wie die männlichen Nationalspieler erhalten.

Dass Gleichberechtigung im Fußball möglich ist, hatte jüngst der norwegische Verband vorgemacht. Der NFF beschloss Anfang des Monats, das Honorar für die Nationalspielerinnen ab kommendem Jahr an das ihrer männlichen Kollegen anzugleichen . Auch hier verzichteten die Männer zugunsten der Frauen-Auswahl auf Einnahmen.

bru/sid