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14 Monate! Schweizer ziehen Prügel-Präsidenten Christian Constantin aus dem Verkehr

Sions Constantin nach Attacke gegen Fringer gesperrt

14 Monate! Schweizer ziehen Prügel-Präsidenten aus dem Verkehr

Christian Constantin

Für mehr als ein Jahr ausgesperrt: Sions Präsident Christian Constantin. picture-alliance

Kurzer Blick zurück: Constantin (60), in der Schweiz gerne "CC" genannt, hatte am späten Abend des 21. September nach dem Spiel seines Klub in Lugano den als TV-Experten tätigen Fringer am Spielfeldrand mit Tritten und Ohrfeigen attackiert . Kameras fingen die bizarren Szenen ein.

Grund für den Ausraster des Präsidenten war offenbar die wiederholte Kritik des früheren Trainers des VfB Stuttgart an Constantins Mannschaft. Zudem zeigte er hernach keine Reue. "Ich habe ihm einen Tritt in den Hintern versetzt. Das hat mir gut getan", hatte der Funktionär zunächst gesagt und auch einen Tag später seine Prügel-Attacke verteidigt: "Es ist nicht schön, wenn man auf jemanden losgeht. Aber ich kann nicht sagen, dass ich es bereue." Constantin reichte eine Klage gegen Fringer wegen Verleumdung und Verunglimpfung ein. Umgekehrt kündigte der Ex-Coach eine Zivilklage gegen Constantin an.

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"Pflicht grob verletzt"

Am Donnerstag sprach die Disziplinarkommission der SFL ihr Urteil gegen "CC" aus: Er wird für den Zeitraum von 14 Monaten für alle Profispiele in der Schweiz ausgesperrt. Hinzu kommt die genannte Geldstrafe. Constantin habe sich einen "klaren und schwerwiegenden Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Schweizerischen Fußballverbandes" geleistet. Als Präsident sei er "in erhöhtem Maße verpflichtet, sich vorbildlich für Fairplay und Respekt einzusetzen". Constantin habe in diesem Fall "diese Pflicht grob verletzt" und damit "die Werte des Fußballs diskreditiert". Ins hohe Strafmaß mit ein floss auch die Tatsache, dass "CC" in disziplinarischer Sicht kein unbeschriebenes Blatt ist und vor neun Jahren schon einmal für vier Monate gesperrt worden war. Seinerzeit ging es um einen nicht restlos aufgeklärten Angriff auf einen Schiedsrichter-Assistenten.

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Gemäß dem Urteil ist dem Walliser ab sofort der Zutritt zu den Stadien, zum Spielfeld, zur technischen Zone, zur Mannschaftskabine sowie zur Mixed-Zone verwehrt. Die Sperre gilt für alle Spiele der 1. und 2. Liga sowie des Pokals und der Nationalmannschaft. Die Sperre greift erstmals am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen St. Gallen. Eine Reaktion des Klub-Präsidenten steht noch aus.

Auch Constantins Sohn im Fokus der Liga

Ein Extra-Verfahren wird es für Constantins Sohn Barthelemy geben. Der Filius hatte Fringer unmittelbar vor der tätlichen Auseinandersetzung mit den Worten bedroht: "Wenn du nochmals etwas gegen meine Familie sagst, dann schwöre ich dir, ich töte dich!"

aho/dpa