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Grindel fordert "rückhaltlose Aufklärung" im Fall Hüseynov

DFB-Präsident äußert sich in Mainz

Grindel fordert "rückhaltlose Aufklärung" im Fall Hüseynov

DFB-Präsident Reinhard Grindel

"Dieser Vorgang ist unfassbar tragisch": DFB-Präsident Reinhard Grindel am Samstag in Mainz. imago

Nationalspieler Hüseynov saß wegen Beteiligung an einem Gewaltverbrechen im Gefängnis. Der renommierte Journalist Rasim Alijev war nach einer Kritik an dem Mittelfeldmann - bei einem Spiel seines Klubs FK Qäbälä hatte Hüseynov mit dem Präsentieren einer türkischen Flagge auf dem Platz provoziert und auf entsprechende Nachfragen nach der Partie beleidigend reagiert - im August 2015 zunächst brutal zusammengeschlagen worden. Im Krankenhaus kam er später unter ungeklärten Umständen ums Leben. Hüseynov wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, der Haupttäter zu 13 Jahren. Nach 14 Monaten kam der Profi überraschend früh frei.

Im März 2017 stand Hüseynov erstmals nach seiner Entlassung wieder auf dem Platz - im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland (1:4). Auch beim Rückspiel am Sonntag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) dürfte er in Kaiserslautern zum Einsatz kommen.

WMQ-Europa - 10. Spieltag
WMQ-Europa - Tabelle - Gruppe C
Pl. Verein Punkte
1
Deutschland
30
2
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19
3
Tschechien
15
Deutschland - Vereinsdaten

Gründungsdatum

28.01.1900

Aserbaidschan - Vereinsdaten

"Dieser Vorgang ist unfassbar tragisch, das Leid der Familie unermesslich", sagte Grindel nun über den Tod Alijevs. Vor dem Hinspiel sei dem DFB der ganze Sachverhalt nicht bekannt gewesen, führte der DFB-Präsident aus. Ein WDR-Bericht lenkte nun größere Aufmerksamkeit auf den Fall.

"Ohne gesicherte Erkenntnisse ist eine Bewertung dieses Falles sehr schwierig. Deshalb fordern wir die Regierung Aserbaidschans auf, für eine rückhaltlose Aufklärung der in den Medien erhobenen Vorwürfe zu sorgen und eine nachvollziehbare Darstellung der Gründe zu liefern, die für die vorzeitige Haftentlassung des Spielers Hüzeynov gesorgt haben", sagte Grindel am Samstag in Mainz. Dazu sei man von Politikern aus Deutschland aufgefordert worden.

Der DFB stehe für Presse- und Meinungsfreiheit, stellte Grindel fest: "Das gilt auch für Aserbaidschan." Ebenso habe jeder Straftäter ein Recht auf Resozialisierung.

bru/sid