Freiburg braucht mehr Torgefahr

Hochmotivierter Rotsünder Ravet vor Rückkehr

Yoric Ravet

Hat im Breisgau bisher einen kompletten Fehlstart hingelegt: Yoric Ravet. imago

Beim 1:1 im Heimspiel gegen Hannover habe es die Mannschaft "gut gemacht" und beim 0:0 wenige Tage später in Bremen "ordentlich", erklärte Streich. Dass seine Spieler in der zweiten Halbzeit nachgelassen haben und mehr Chancen des Gegners zuließen, "hatte mit dem Energiehaushalt zu tun". Nach der englischen Woche hatten sie genug Zeit, Kraft zu tanken. Deshalb würde nichts gegen die gleiche Anfangsformation wie in den vergangenen beiden Spielen sprechen. Andererseits wartet der SC noch immer auf seinen ersten Saisonsieg und braucht deshalb mehr Torgefahr.

Und für die könnte Yoric Ravet sorgen, der erst kurz vor Transferschluss aus Bern nach Freiburg gewechselt war und einen denkbar unglücklichen Einstand beim SC hatte. Bei seinem Debüt im Spiel gegen Dortmund musste er schon nach einer halben Stunde vom Platz, weil er nach einem Foul an BVB-Kapitän Marcel Schmelzer nach einem Videobeweis die Roten Karte sah. Die zunächst verhängten vier Spiele Sperre wurden in einer mündlichen Verhandlung um ein Spiel reduziert, das zur Bewährung ausgesetzt wurde. An diesem Wochenende ist der 28-jährige Franzose damit wieder spielberechtigt und könnte ein Grund sein, dass Streich seine Elf diesmal doch wieder ändert.

Das könnte dann auch bedeuten, dass er im Baden-Derby von der Dreier- wieder zur Viererkette wechselt, um keinen der bisherigen Offensivspieler auf die Bank setzen zu müssen. Die Dreierkette habe zwar nach der hohen Niederlage in Leverkusen "richtig geholfen", aber die Viererkette solle weiterhin eine Alternative bleiben. "Unser Ziel ist es, dass die Spieler in verschiedenen Situationen im Spiel flexibel reagieren", erklärte Streich. In dieser Hinsicht werde die Mannschaft auch gegen Hoffenheim gefordert sein, schließlich habe die TSG "eine klare Spielweise und individuelle Qualität".

Hoffenheim noch ohne Niederlage

Zudem haben die Nordbadener in der Bundesliga bislang nicht verloren. Nur in der Europa League kassierten sie Niederlagen wie zuletzt am Donnerstag bei Rasgrad. "Diese Spiele haben nichts miteinander zu tun, sie werden eine Mannschaft haben, die stark sein wird", warnte Streich, "für sie hat die Bundesliga absolute Priorität." Der SC-Trainer rechnet auch damit, dass einige der zuletzt angeschlagenen Spieler der TSG am Sonntag wieder dabei sein werden. Beim SC fehlen neben den Langzeitverletzten weiterhin Vincent Sierro (Muskelfaserriss), Amir Abrashi (Teil-Bänderriss im Sprunggelenk) und Marc Oliver Kempf (Muskelfaserriss), außerdem fällt Tim Kleindienst wegen eines grippalen Infekts aus.

Um seine Spieler auf die ungewohnte Anstoßzeit am Sonntagmittag einzustimmen, hat Streich die Trainingseinheit am Donnerstag auf 13.30 Uhr gelegt und für 10 Uhr ein gemeinsames Essen anberaumt, damit sie austesten können, "was ihnen guttut, um zu der ungewöhnlichen Zeit fit zu sein - nicht jeder kann um die Zeit schon drei Teller Nudeln oder Fisch essen".

Daniela Frahm

Schmidts Wiedersehen mit Mainz - Hoffenheims Torserie