FCA-Manager Reuter kritisiert RB-Coach deutlich

Reuter: "Moralapostel Hasenhüttl? Das finde ich verfehlt"

Augsburgs Manager Stefan Reuter

Kritische Worte Richtung Ralph Hasenhüttl: Augsburgs Manager Stefan Reuter. imago

Laut Reuter wurde "das Thema erst richtig groß gemacht durch die Reaktion von Ralph Hasenhüttl", sagte er in einer Medienrunde. Es ist es ein schwierig zu bewältigender Spagat, den eigenen Spieler trotz seines grob unsportlichen Verhaltens irgendwie schützen zu wollen.

Folglich findet Reuter, dass sich Baier ab dem Zeitpunkt, als ihm sein Fehlverhalten bewusst wurde, "grandios verhalten hat". Gegenüber Leipzig, gegenüber Hasenhüttl und gegenüber der eigenen Mannschaft. "Ich glaube, Daniel Baier war seine Geste auf dem Platz gar nicht so bewusst. Er hat gesagt, dass sein Verhalten ein Riesenfehler war und dass er es sich selbst nicht erklären kann, wie ihm das passiert ist", so Reuter weiter.

Zudem wollte er sich bei Hasenhüttl noch auf dem Platz entschuldigen, "aber das war leider nicht möglich", so Reuter weiter, "was ich schade finde". Auch vor den eigenen Kollegen räumte der FCA-Kapitän laut Reuter seine Verantwortung ein. "Er hat sich vor die Mannschaft gestellt und sich bei ihr entschuldigt, dass die gute Leistung der Mannschaft gegen Leipzig in den Hintergrund gerät und nur über seine Aktion berichtet wird."

Dann bezog Reuter noch Stellung zum Verhalten von Leipzigs Trainer Hasenüttl und sparte nicht mit Kritik. "Wie er sich mit unseren Spielern beschäftigt, wie er für jedes Foul Karten fordert, das finde ich überzogen. Und auch der Gang aufs Feld nach dem Spiel, wie er wie von der Tarantel gestochen auf unsere Spieler zustürmt, das finde ich unmöglich."

Ich glaube, Daniel Baier war seine Geste auf dem Platz gar nicht so bewusst.

Stefan Reuter

Offensichtlich störte sich Reuter auch daran, dass Hasenhüttl in seinen Aussagen zu dieser Szene immer wieder betonte, wie sehr es ihn gefreut hätte, wenn Baier noch während des Spiels mit der Roten Karte bestraft worden wäre. Auf der Pressekonferenz forderte er eine nachträgliche Sperre für den 33-jährigen Augsburger. "Wir können uns doch alle noch an die Szene mit der Schwalbe und dem Elfmeter erinnern (Timo Werner gegen Schalke in der vergangenen Spielzeit, Anm. d. Red.). Dass sich Hasenhüttl jetzt als Moralapostel aufspielt und zum Richter aufschwingt, das finde ich verfehlt", wurde Reuter deutlich.

"Für uns ist das Thema mit der Sperre erledigt"

Baier wurde nach Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses nachträglich für das kommende Bundesligaspiel des FCA beim VfB Stuttgart gesperrt und muss zudem eine Geldstrafe von 20.000 Euro bezahlen . "Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns, natürlich ist es schade, dass er nicht dabei sein kann. Aber dafür hat man einen Kader, um das zu kompensieren. Ich hoffe, die Mannschaft kann an die jüngsten Leistungen anzuknüpfen", blickte Reuter voraus auf das Schwaben-Duell am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Und schloss mit den Worten: "Für uns ist das Thema mit der Sperre erledigt."

bst

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