Augsburg: Nach obszöner Geste - Reuter: "Strafe wäre lächerlich"

DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen Baier

Handschlag nach obszöner Geste? Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl (l.) lehnt das Angebot von Augsburgs Daniel Baier (2.v.r.) ab.

Handschlag nach obszöner Geste? Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl (l.) lehnt das Angebot von Augsburgs Daniel Baier (2.v.r.) ab. picture alliance

Wie der DFB-Kontrollausschuss am Mittwoch gegenüber dem kicker bestätigte, wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Baier droht somit eine nachträgliche Strafe. Beim Aufstehen vor der Leipziger Bank machte der Mittelfeldspieler eine obszöne Handbewegung in Richtung von Ralph Hasenhüttl (74.). Eine unsportliche und unnötige Aktion. Nach dem Abpfiff wollte Augsburgs Kapitän dem Leipziger Trainer dann die Hand reichen – doch dieser verweigerte den Handschlag. "Eine Entschuldigung war es keine", sagte Hasenhüttl später und führte aus: "Man hat die Aktion im Fernsehen gesehen, ich brauche sie nicht zu kommentieren und nicht zu bewerten. Schade, dass es nicht schon während des Spiels gesehen wurde, vom vierten Offiziellen zum Beispiel."

Baier rechtfertigte sich nach dem Spiel gegenüber dem kicker "Emotionen gehören im Spiel dazu. Von der Außenlinie werden auch immer Sachen reingerufen zu uns Spielern oder gegen den Schiedsrichter. Nach dem Spiel ist das alles vergessen, für mich ist das halb so wild." Dass ihm Hasenhüttl den Handschlag verweigerte, kommentierte Baier so: "Er war noch ein bisschen sauer. Aber wenn ich hier in Augsburg verliere, wäre ich an seiner Stelle auch sauer." Am Mittwoch allerdings zeigte sich Baier einsichtig und entschuldigte sich via Twitter für sein Verhalten.

Spielersteckbrief Baier

Baier Daniel

Reuter: "Man sollte die Szene vergessen"

FCA-Manager Stefan Reuter bemühte sich, die Aktion kleinzureden und merkte an: "So wie ich die Szene wahrgenommen habe, wird es auch nicht ganz einwandfrei gewesen sein, was Hasenhüttl da von sich gegeben hatte. Deshalb sollte man die Szene vergessen. Es waren Emotionen im Spiel, damit ist das Thema erledigt", sagte Reuter.

Doch diese Hoffnung des FCA erfüllte sich nicht. Das Schiedsrichtergespann hatte Baiers Geste nicht gesehen, deshalb leitete DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren ein. Auf die Frage nach einer nachträglichen Strafe hatte Reuter am Dienstag entgegnet: "Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dann musst du zukünftig jede Geste und jede Aktion nachverfolgen. Das wäre lächerlich."

Reuter versuchte, den Blick aufs Sportliche zu lenken: "Wir freuen uns wahnsinnig über den Dreier. Das hat für uns absolute Priorität. Dass die Leipziger enttäuscht sind, ist für uns verständlich. Wir wollen über die Leistung unserer Mannschaft reden und die war einwandfrei." Doch Baier hatte selbst dafür gesorgt, dass dies nicht das Hauptthema war.

David Bernreuther/Mounir Zitouni

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