Gedankenspiele um vierten Absteiger sorgen für Kritik

Regionalliga-Reform: Drittligisten wehren sich

Der Spielball der 3. Liga liegt in Halle bereit

Bekommt die 3. Liga bald einen vierten Absteiger? Die Klubs wehren sich dagegen. imago

Seit Jahren ist die aktuelle Aufstiegsregelung zur 3. Liga umstritten. Von fünf Regionalliga-Meistern und dem Zweiten der Südwest-Staffel steigen aktuell nur drei in K.o.-Spielen ermittelte Klubs auf. Vergangene Woche sickerte durch, dass sich der DFB um eine Neuordnung der Aufstiegsregelung bemüht . Der Verband dementierte, dass vor dem Spielausschuss bereits konkrete Pläne vorgestellt und diskutiert worden seien. Präsident Reinhard Grindel allerdings bekräftigte vergangene Woche gegenüber der "Funke-Mediengruppe", eine Überarbeitung des Status quo anstreben zu wollen. Nicht angetastet werden sollen allerdings die Anzahl der Regionalliga-Staffeln. Viel eher ließ Grindel durchblicken, mit der Idee von vier Aufsteigern zu sympathisieren. Auch Rainer Koch, Vize-Präseident des DFB und bayerischer Verbandschef betonte: "Eine Veränderung der Anzahl von fünf Regionalligen steht dabei nicht zur Diskussion, da dies einer Satzungsänderung bedarf."

Es ist keine Lösung, ein seit zehn Jahren funktionierendes System der 3. Liga nun zu verändern.

Michael Schwetje, Geschäftsführer von Fortuna Köln
3. Liga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SC Paderborn 07
22
2
Fortuna Köln
21
3
1. FC Magdeburg
21
4
SV Wehen Wiesbaden
17
5
SG Sonnenhof Großaspach
15
6
VfR Aalen
13
7
Hansa Rostock
13
8
SpVgg Unterhaching
13
9
SV Meppen
12
Tabelle 3. Liga
3. Liga - Torjäger 2017/18

Hain Stephan

7 Tore

Hain Stephan
7
Girth Benjamin
5
Michel Sven
5
Benyamina Soufian
4
Fink Anton
4
Torjägerliste
3. Liga - 9. Spieltag
9. Spieltag

Doch genau gegen diesen Plan macht sich nun in der 3. Liga Widerstand breit. Ein vierter Absteiger im 20 Teilnehmer umfassenden Feld ist für die Klubs kaum vorstellbar. "Wir alle sehen die Probleme, die die fünfgleisige Regionalliga mit sich bringt. Doch es ist keine Lösung, ein seit zehn Jahren funktionierendes System der 3. Liga nun zu verändern. Denn das Problem liegt in der Spielklasse darunter", erklärt beispielsweise Michael Schwetje, Geschäftsführer von Fortuna Köln. "Die 3. Liga hat, auch mithilfe des DFB, in den vergangenen Jahren aus Vermarktungssicht an Attraktivität gewonnen. Das hat auch etwas mit Kontinuität in der Liga zu tun. Diese wird aber gefährdet, wenn die ohnehin schon hohe Fluktuation durch mehr Absteiger noch mal steigt."

Eine Einigung ist momentan nicht in Sicht. DFB-Vize Rainer Koch, zugleich Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), betont: "Eine Veränderung der Anzahl von fünf Regionalligen steht dabei nicht zur Diskussion, da dies einer Satzungsänderung bedarf." Dafür wäre ein Zwei-Drittel-Mehrheit auf dem nächsten Bundestag 2019 notwendig. Darmstadts Manager Tom Eilers, der noch aus Drittligazeiten seines Klubs als Vertreter im DFB-Spielausschuss sitzt, erklärt: "Eine Veränderung der Auf- und Abstiegsregelung außerhalb des Bundestags benötigt laut der Statuten des DFB das Kriterium der Dringlichkeit. Diese Dringlichkeit sehen wir jedenfalls für den extremen Eingriff der Erhöhung der Zahl der Absteiger aus der 3. Liga nicht gegeben." Für ihn liegt das Problem in der Erhöhung auf fünf Viertliga-Staffeln seit 2012: "Dies hatte zum Ziel, dass neben Vereinen mit größeren Ambitionen auch Klubs in die Regionalliga kamen, für die diese Klasse infrastrukturell das höchste Gut ist."

Vorpreschen des DFB sorgt für Kritik

Abseits der Idee, womöglich einen vierten Absteiger in der 3. Liga zu installieren, sorgt das allgemeine Vorpreschen seitens der Verbands für Irritationen bei den Drittligisten. Denn während die Planungen offenbar verbandsintern voranschreiten und die Verantwortungsträger auch öffentlich Stellung beziehen, fand bislang noch kein direkter Austausch mit den Vereinen statt. "Es sollte kein Aktionismus stattfinden, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung. Der jetzige Vorstoß kam leider schneller, als es der demokratische Prozess dahinter sein kann", beklagt daher Meppens Geschäftsführer Ronald Maul.

pau/bh