Jena bittet um Verhältnismäßigkeit bei Kritik am Spieler

Eismann entschuldigt sich für Aktion gegen Meppen

Nico Granatowski und Sören Eismann

Meppens Nico Granatowski ist konsterniert, Jenas Sören Eismann jubelt. imago

"Jeder der mich kennt, weiß, dass ich genauso wenig ein unfairer Spieler bin wie unser Team insgesamt. Ich kann nur sagen, dass ich die Situation, wie das Tor entstanden ist, sehr bedauere. Ich möchte mich bei all denen, für die ich mit meinem Verhalten gegen den Fairplay-Gedanken verstoßen habe, entschuldigen", wird Eismann auf der Website Carl Zeiss Jenas zitiert.

Was war passiert? In der 57. Minute erzielte Eismann das ersehnte 1:2, das Problem: Es war ein Skandal-Tor, das aufgrund von Unsportlichkeit einen bitteren Beigeschmack hatte. Der Jenaer schnappte sich den Ball von Granatowski, der das Spielgeschehen nach einem Zweikampf mit Verletzungsfolge unterbrechen wollte. Im besagten Zweikampf war Eismanns Mitspieler (!) Günther-Schmidt zu Boden gegangen und hatte signalisiert, dass er sich verletzt habe. Eismann ließ sich davon nicht beirren, setzte seinen Weg auf das Tor von Gäste-Keeper Domaschke fort und schlenzte das Leder ungestört am Torhüter vorbei in die Maschen.

Eismann beteuerte nach der Partie, dass er gar nicht richtig gesehen habe, was während der betreffenden Situation los gewesen war. "Ich habe mir in der letzten Nacht die Szene wieder und wieder durch den Kopf gehen lassen und mir die Fernsehbilder angesehen. Und wenn ich diese Bilder sehe, kann ich die Reaktion der Meppener absolut verstehen", sagte er nun.

Jena bittet um Verhältnismäßigkeit bei Kritik am Spieler

"Ich habe auf dem Platz binnen Sekundenbruchteilen eine Entscheidung getroffen und das in einem Moment, wo das Spiel durch den Schiedsrichter nicht unterbrochen wurde. In diesem Moment habe ich das Hereinwinken des Meppener Spielers durch den Schiedsrichter als Aufforderung zum Weiterspielen interpretiert", begründete Eismann sein Verhalten.

Eismann sah sich für sein Tor heftiger Kritik ausgesetzt, selbst Jenas Trainer Mark Zimmermann gab nach der Partie zu, dass er "nicht stolz auf diese Szene" sei. Auch der Verein entschuldigte sich beim SV Meppen für die begangene Unsportlichkeit, bat bei der Bewertung des Verhaltens an Eismann gleichzeitig aber auch um Verhältnismäßigkeit.

jer

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