DFB-Präsident kündigt Vorstoß bei der UEFA an

Grindel will mehr Kontrolle bei Ticketvergabe

DFB-Präsident Reinhard Grindel

Will eine Diskussion über die europaweite Ticketvergabe anregen: DFB-Präsident Reinhard Grindel. imago

"Wir müssen gemeinsam mit den europäischen Verbänden über die Ticketvergabe diskutieren und Wege finden, die europaweit mehr Kontrolle gewährleisten", erklärte Grindel gegenüber dem kicker.

Beim WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft am vergangenen Freitag gegen Tschechien (2:1) hatten rund 200 deutsche "Chaoten" (Bundestrainer Joachim Löw) provoziert und teilweise rechtsradikale Parolen gebrüllt. Löw hatte dazu am Sonntag klar Stellung bezogen .

Nach Angaben von Teammanager Olivier Bierhoff erhielten die Hooligans ihre Karten nicht über den offiziellen Verkaufsweg des DFB. Die Krawallmacher standen dementsprechend auch nicht direkt im Gästeblock, sondern genau daneben.

"Wir haben bei uns eine nachvollziehbare Abgabe unserer Kontingente über den Fanclub Nationalmannschaft", betonte Grindel: "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es in Ländern wie San Marino oder Tschechien keine absolute Sicherheit gibt, weil dort zum Beispiel von Einheimischen unkontrolliert Tickets weitergegeben werden und in den freien Verkauf gelangen." Hier müsse angesetzt werden. Das Exekutiv-Komitee der UEFA trifft sich am 20. September in Nyon.

FIFA könnte noch eine Untersuchung einleiten

Ob die FIFA nach den Vorfällen von Prag Ermittlungen einleitet, ist bislang noch offen. "Wir haben das Thema in den Medien verfolgt. Wir haben Beobachter, die es hinsichtlich unseres Anti-Diskriminierungs-Systems überprüfen", erklärte eine Verbandssprecherin am Montag auf Anfrage von "Sport1". Die FIFA erhalte "Berichte zu jedem WM-Qualifikationsspiel. Der zum Spiel in Prag ist noch nicht da. Erst anschließend entscheiden wir, ob wir eine Untersuchung einleiten."

meb/ski/sid

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