Stuttgarts neue Torhüter-Hierarchie

Meyer sticht Grahl aus - Langerak verlässt VfB "im Guten"

Alexander Meyer (l.) und Jens Grahl

Nummer zwei und drei des VfB Stuttgart: Alexander Meyer (l.) und Jens Grahl. imago (2)

Dass der VfB Stuttgart nach dem Abschied von Mitch Langerak (29) einen weiteren Keeper verpflichten würde, war keine Überraschung - ebenso wenig, dass der dann aus der Regionalliga kam. Dass Neuzugang Alexander Meyer (26) aber auf Anhieb zur Nummer zwei gekürt würde, hätte aber durchaus hohe Wettquoten versprochen.

Beim Testspiel gegen den FC Ingolstadt (0:1) durfte Jens Grahl (28) in den ersten 45 Minuten zwischen den Stuttgarter Pfosten stehen. Nach der Pause vertrat ihn Neuling Meyer. Logisch, könnte man meinen, nachdem der frühere Hoffenheimer im vergangenen Sommer als Nummer 2 aus Hoffenheim geholt worden und durch Langeraks Abschied zu UD Levante der Platz hinter Ron-Robert Zieler (28) freigeworden war. Doch weit gefehlt.

Spielersteckbrief Grahl

Grahl Jens

Spielersteckbrief A. Meyer

Meyer Alexander

Spielersteckbrief Langerak

Langerak Mitchell

Der Trainer, der seinen Stammkeeper wegen einer Stauchung des Handgelenks schonte, hat eine ganz andere Wahl getroffen. "Meyer ist die Nummer zwei", erklärt Hannes Wolf so beiläufig, als würde er die Uhrzeit vorlesen. Und auch die Begründung ist für den 36-Jährigen nicht groß der Rede wert. "Wir haben uns viel mit ihm beschäftigt in den vergangenen Wochen", sagt der Coach. "Wir haben ihn sehr, sehr gut gesehen. Deswegen haben wir so entschieden." Erst recht nach der guten Leistung Meyers im direkten Pokalduell mit dem VfB (3:4 i.E.). Als Langerak schließlich mit seinem Wechselwunsch auf die Verantwortlichen zukam, war deren Wunschkandidat klar.

Grahls Engagement beim VfB verläuft wenig glücklich

Kein Wort zu Grahl, dessen Engagement beim VfB wenig glücklich verläuft. Nachdem die Wahl zur Nummer eins in der Vorsaison an Langerak gegangen war, musste er kurz darauf auch noch seine Position als Nummer zwei abgeben. Eine Meniskusoperation kostete ihn eine mehrmonatige Zwangspause, seine Einsatzchancen und letztlich die komplette Saison.

Der Platz hinter Zieler, der beim zweiten Test der Länderspielwoche bei der SG Sonnenhof Großaspach (Sonntag, 15 Uhr) wieder einsatzbereit sein soll, ging an Benjamin Uphoff (24). Der wechselte nun zu Zweitligaabsteiger KSC, Langerak nach Spanien - doch Grahls Ausgangsposition hat sich nicht geändert, schon gar nicht verbessert. Vielleicht wäre auch für ihn ein Wechsel interessant gewesen, hätte er die Entwicklung voraussehen können.

Wolf über Langerak: "Sein Wunsch ist total nachvollziehbar"

Der Abschied von Langerak fiel Wolf nicht so leicht. Die Stuttgarter haben nicht nur ihren Aufstiegskeeper, sondern auch einen Publikumsliebling verloren. "Klar habe ich ihn schweren Herzens gehen lassen", erzählt der Stuttgarter Cheftrainer. "Ich kenne ihn schon sehr lange, wir haben sehr viel gemeinsam erlebt, auch in der vergangenen Saison." Doch die Entscheidung des Australiers, den VfB zu verlassen, konnte und wollte er nicht umkehren. "Ich habe es auch nicht richtig versucht. Er will spielen. Sein Wunsch ist total nachvollziehbar. Dem wollten wir stattgeben." Das gute Verhältnis hätte keinen Schaden genommen. "Mitch ist absolut im Guten gegangen."

George Moissidis

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