#TGIM - DER kicker.tv TALK, Folge 2

Einigkeit bei der Rolle Kühnes

Die Runde im zweiten kicker-Talk

Die Runde im zweiten kicker-Talk: Mounir Zitouni, Holger Fach, Moderator Wolfgang Nadvornik, Fritz von Thurn und Taxis sowie Thomas Eichin.

In der Rückschau des Spiels Köln gegen den HSV (1:3) erstmals mit der Moderation von Wolfgang Nadvornik ging es zunächst um die Frage, ob die Kölner angesichts der mittags gelaufenen Auslosung der Europa League abgelenkt waren. kicker-Redakteur Mounir Zitouni stellte die Frage, ob die FC-Spieler im Gedanken nicht mehr beim FC Arsenal als beim HSV gewesen waren. Holger Fach widersprach: Einen Profi dürfe so eine Auslosung nicht von der Sache ablenken. Vielmehr habe seiner Ansicht nach der FC schon in der letzten Saison spielerisch nicht überzeugt und manchmal nur durch Einzelaktionen gewonnen. Die Gegentore vor der Pause resultierten aus dummen Fehlern, die nicht hätten passieren dürfen.

Im letzten Punkt gab Zitouni ihm Recht: "Alle drei Gegentore waren vermeidbar, die Fehler des 1. FC Köln waren heute einfach zu groß."

Fach ergänzte: "Es ist ja nicht so, dass der HSV ein unglaubliches Spiel gemacht hätte. Er war hinten gut gestanden und Köln fand zentral kein Durchkommen. Über die Flügel waren sie zu schwach."

"Ohne Kühne wäre der HSV nicht mehr in der Bundesliga"

Einigkeit herrschte in der Runde über die Rolle von Investor Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV. Thomas Eichin verstand die Ermittlungen der DFL wegen den jüngsten Äußerungen Kühnes nicht wirklich: "Natürlich darf Herr Kühne seine Meinung äußern. Er sollte halt vorsichtig sein, was er öffentlich sagt." Letztendlich sei es immer die Angelegenheit des Klubs, ob er den Vorstellungen des Investors folgt oder nicht.

Auch die anderen Diskussionsteilnehmer erkannten die Tatsache an, dass Kühne seit vielen Jahren als Geldgeber zur Verfügung stehe. Fritz von Thurn und Taxis meinte: "Ohne die Gelder von Klaus-Michael Kühne wäre der HSV jetzt zweitklassig." Der langjährige Fußball-Kommentator kritisierte die Personalpolitik der Hanseaten. So passe ein Lasogga einfach nicht in das System von Trainer Markus Gisdol. Dass dann der Geldgeber für diese Personalpolitik auch mal seine Meinung äußert, sei doch verständlich.

Mounir Zitouni zeigte dennoch Verständnis für die Fans, die mit den Äußerungen Kühnes Probleme haben: "Die Gefahr wird hoch eingeschätzt, dass die Entscheidungen im Fußball mehr und mehr von den Investoren getroffen werden."

Transferplanungen: "Können die Zeit nicht zurückdrehen"

Werden die Kaderplanungen der Vereine kurz vor Transferschluss komplett über den Haufen geworfen? Das Beispiel Dembelé sorgte für Gesprächsstoff in der Runde: Der BVB schwimme nun zwar in Geld, habe aber einen Schlüsselspieler verloren. Daher hat BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vorgeschlagen, dass sich das Transferfenster zum Bundesligastart schließen solle.

Eine Meinung, der sich der zugeschaltete Matthias Sammer nicht voll anschließen konnte: Die Diskussionen über Top-Transfers würden genauso intensiv geführt werden, sie würden sich nur zeitlich verlagern.

Dass Gladbach-Sportdirektor Max Eberl sogar von einem "Betrug am Fan" sprach, wurde kritisch gesehen.

Holger Fach argumentierte: "Wenn jemand von den Gladbacher Schlüsselspielern sich kurz vor Transferschluss verletzt, wird auch Eberl noch auf dem Transfermarkt aktiv." Und das sei so auch richtig. Auch Thomas Eichin ist skeptisch, ob die Entwicklung zu stoppen sei. Menschen, für die Geld keine Rolle mehr spielt, könnten Geld in das System reingeben und solche Spieler kaufen. Barcelona hätte nach dem Neymar-Wechsel genügend Geld gehabt. "Als Dembelé nicht mehr zum Training erschien, wussten wir doch: Es ist nur noch eine Frage des Preises", so Eichin.

Mounir Zitouni erinnerte daran, dass auch Henrikh Mkhitaryan einst bei Donezk in den Streik getragen sei - und der BVB habe ihn dennoch gerne genommen. Früher hätten die Probleme vor allem die kleineren Vereine betroffen. Nun habe es mit Borussia Dortmund einen Großen erwischt - und die Diskussionen entsprechend größer.

Zitouni: "Leipzigs Gruppe nicht leicht"

Weitgehend Einigkeit herrschte in der Runde zu den Ergebnissen der Champions-League-Gruppen: In der Gruppe von München würden wohl die Bayern und Paris SG den Gruppensieg unter sich ausmachen. Schwieriger sei die Dortmunder Gruppe, wo mit Tottenham und Real zwei heiße Konkurrenten um das Achtelfinale warten. Bei RB Leipzig wollte Mounir Zitouni allerdings nicht wie andere von Losglück sprechen: Monaco sei französischer Meister, auch Porto und Besiktas seien gestandene Mannschaften mit internationaler Erfahrung.

sam

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Eichin: "Herr Kühne sollte vielleicht in der Öffentlichkeit weniger sagen"

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