Wolfsburg: Leihe mit Kaufverpflichtung nach wenigen Einsätzen

Tisserand: Transfer mit Geschmäckle

Marcel Tisserand

Hat seinen Wechsel erzwungen: Marcel Tisserand. imago

Es ist ein Transfer mit einem gewissen Geschmäckle. Marcel Tisserand hatte sich in den vergangenen Wochen beim FC Ingolstadt unmöglich gemacht. Der Kongolese, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt und im vergangenen Sommer für rund 3,5 Millionen Euro vom Erstligisten AS Monaco zu den Bayern gewechselt war, wollte seinen Klub mit aller Macht verlassen. Das Vereinsveto wollte der 24-Jährige jedoch nicht akzeptieren und ließ sich auch nicht vom Ingolstädter Mannschaftsrat umstimmen. Also wurde der Innenverteidiger - wie auch Teamkollege Florent Hadergjonaj - freigestellt.

Ingolstadt-Kapitän Marvin Matip sagte: "Leider haben sie sich gegen den Verein und unser Team entschieden. Wir sind darüber sehr enttäuscht." Geschäftsführer Harald Gärtner betonte: "Wir lassen uns einen Vereinswechsel nicht aufzwingen und werden dem aktuellen Wechselwunsch der beiden nur zu unseren Bedingungen zustimmen." Die wurden im Fall Tisserand nun offensichtlich erfüllt – vom VfL Wolfsburg.

Spielersteckbrief Tisserand
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Tisserand Marcel

VfL Wolfsburg

DR Kongo

Frankreich

Spielerprofil
Vereinsdaten VfL Wolfsburg

Gründungsdatum12.09.1945

Mitglieder20.000

VereinsfarbenGrün-Weiß

Anschrift In den Allerwiesen 1
38446 Wolfsburg
Telefon: (0 53 61) 8 90 30 Telefax: (0 53 61) 89 03 15 0 E-Mail: fussball@vfl-wolfsburg.de

Internetwww.vfl-wolfsburg.de

Vereinsinfo

Die Belohnung für die "Beharrlichkeit" Tisserands: Die Rückkehr in die Bundesliga. Der VfL reagierte auf die entstandene Abwehrnot und leiht den Kongolesen, der im vergangenen Jahr 28 Erstligaspiele für den FCI bestritt, bis zum Saisonende aus.

Für meine Entwicklung ist Wolfsburg besser. So ist Fußball.

Marcel Tisserand

Nach kicker-Informationen sehen die Bedingungen so aus: Der VfL zahlt zunächst eine Million Euro Leihgebühr und ist verpflichtet, Tisserand bei einer relativ geringen Anzahl von Einsätzen fest zu verpflichten. Dann würden im nächsten Sommer weitere neun Millionen Euro fällig. Für die Niedersachsen ist Tisserand zunächst einmal die dringend benötigte Soforthilfe mit Bundesligaerfahrung. Fraglich bleibt dennoch, ob dem Klub, der in den vergangenen Jahren reichlich Probleme mit charakterschwachen Spielern hatte, ein Profi mit dieser Vorgeschichte weiterhilft.

Sportdirektor Olaf Rebbe versucht, etwaige Befürchtungen schon im Vorfeld abzuschwächen. "Der Trainer und ich haben mit Marcel über die Sache gesprochen. Man muss unterscheiden: Es handelte sich bei ihm um eine Freistellung, nicht um eine Suspendierung. In diese Ecke darf man ihn nicht schieben."

Und was sagt Tisserand selbst zu seinem Vorgehen in Ingolstadt? "Ich wollte eine neue Herausforderung und in der 1. Liga bleiben. Für meine Entwicklung ist Wolfsburg besser. So ist Fußball." Nicht immer ein sauberes Geschäft...

Thomas Hiete

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