Eintracht-Neuzugänge auf dem Prüfstand

Transfercheck Frankfurt: Haller "braucht Zeit"

Sebastien Haller

Ihm fehlt noch die Frische: Sebastien Haller. picture alliance

Carlos Salcedo: Der von Deportivo Guadalajara mit Kaufoption ausgeliehene Innenverteidiger zog sich beim Confed-Cup eine Schultereckgelenksprengung zu und verpasste nahezu die komplette Vorbereitung. Doch Trainer Niko Kovac bescheinigt dem Mexikaner "gutes Heilfleisch", dass Salcedo überhaupt schon mit der Mannschaft trainieren kann, ist überraschend. Bekommt er nach einer Kernspin-Untersuchung in dieser Woche grünes Licht, könnte er sogar schon in Freiburg auflaufen. "Wir haben ihn nicht für die Bank geholt", bekräftigt der Trainer.

Jetro Willems: Der fünf Millionen Euro teure Neuzugang der PSV Eindhoven soll den zu Schalke gewechselten Bastian Oczipka ersetzen. Den ersten Eindrücken nach zu urteilen ist er dazu allemal in der Lage. Der Niederländer ist schnell, robust, spielt mit viel Zug nach vorne und schlägt gute Flanken. Physisch ist der Wechsel in die Bundesliga für Willems indes eine große Umstellung; in Freiburg dürfte er gleichwohl anstelle von Taleb Tawatha auflaufen.

Spielersteckbrief Fernandes

Fernandes Gelson

Spielersteckbrief de Guzman

de Guzman Jonathan

Spielersteckbrief da Costa

da Costa Danny

Spielersteckbrief Willems

Willems Jetro

Spielersteckbrief Jovic

Jovic Luka

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Salcedo Carlos

Spielersteckbrief Haller

Haller Sebastien

Spielersteckbrief Kamada

Kamada Daichi

Trainersteckbrief Kovac

Kovac Niko

Gelson Fernandes: Der Sechser kennt die Bundesliga aus seiner Zeit in Freiburg und soll auf wie neben dem Platz einer der Anführer sein. In der Vorbereitung konnte der Neuzugang von Stade Rennes noch nicht vollends überzeugen, zuweilen wirkt er etwas hektisch am Ball und ungeschickt in der Zweikampfführung. Als extrem lauf- und kampfstarker Akteur dürfte er im defensiven Mittelfeld allerdings vorerst gesetzt sein.

Daichi Kamada: Der 21-jährige Japaner ist ein feiner, beidfüßiger Fußballer, der vor allem über die offensive Außenbahn kommt. Doch er wird Zeit brauchen, um sich vor allem körperlich an die Bundesliga zu gewöhnen und durchsetzungsstärker zu werden. Im Pokalspiel gegen TuS Erndtebrück lief er zwar von Beginn an auf, konnte aber nicht überzeugen. Für ihn rückt wahrscheinlich der wiedergenesene Jonathan de Guzman in die Elf.

Jonathan de Guzman: Der erfahrene Mittelfeldspieler soll als Sechser oder Achter das Spiel organisieren und die Mannschaft führen. Niko Kovac hält große Stücke auf den Neuzugang vom SSC Neapel: "Johnny ist ein ballsicherer Spieler, der das Spiel von hinten heraus aufbauen kann, den Ball fordert und unter Druck agieren kann. Er lässt die Bälle nicht nur nach hinten klatschen, sondern dreht sofort auf, bewegt sich in gute Räume und baut das Angriffsspiel auf." Wie gut de Guzman tatsächlich ist, wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen zeigen. So warf ihn in der heißen Phase der Vorbereitung während des zweiten Trainingslagers in Südtirol eine Zerrung zurück - erst letzte Woche stieg er voll ins Mannschaftstraining ein.

Sebastien Haller: Auf dem sieben Millionen Euro teuren Rekord-Einkauf vom FC Utrecht ruhen große Hoffnungen. Der 1,90-Meter-Hüne soll vorne die Bälle festmachen, verteilen und natürlich effizient vollstrecken. In weiten Teilen der Vorbereitung hinterließ der Franzose jedoch einen eher behäbigen Eindruck, was mit fehlender Frische zu tun haben könnte. Auch im Pokal überzeugte Haller trotz seines Tores und zwei Assists nur bedingt, da er weitere gute Chancen versiebte, einige einfache Bälle nicht an den Mann brachte und teils falsche Laufwege wählte. "Er braucht Zeit", sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Gleichwohl ist Haller im Sturm gesetzt.

Danny da Costa: Der Rechtsverteidiger aus Leverkusen spielte keine gute Vorbereitung, man merkt ihm die fehlende Spielpraxis deutlich an. Mit den gezeigten Leistungen kann er nicht am Stammplatz seines Konkurrenten Timothy Chandler rütteln.

Luka Jovic: Das serbische Ausnahmetalent von Benfica Lissabon lässt vor allem im Training mit vielen Toren aufhorchen, konnte sich in den Testspielen aber eher nicht aufdrängen. Als quirliger Strafraumstürmer, der für sein Alter physisch ungewöhnlich stark ist, stellt Jovic jedoch eine gute Ergänzung zu Sebastien Haller und Branimir Hrgota dar. Seine Chancen, regelmäßig Spielzeit zu erhalten, stehen gut.

Julian Franzke

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