Klub-Präsident nimmt ausführlich Stellung

Keine Lust auf Dreigestirn: Barça und die Nachfolger-Suche

Drei Kandidaten, ein Entscheider: Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu könnte Dembelé, Dybala oder Coutinho nach Katalonien holen.

Drei Kandidaten, ein Entscheider: Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu könnte Dembelé, Dybala oder Coutinho nach Katalonien holen. imago

Dass Barcelonas Verantwortliche um Bartomeu mit dem Abgang von Neymar nicht wirklich glücklich waren, ist bekannt. Die Verweigerung der 26-Millionen-Prämie war nur eines der Beispiele dafür. Am Montag meldete sich der Klub-Präsident dann beim "World Congress of Penyes", einem riesigen Fanklub-Treffen bei Barça, zu Wort und stellte bezüglich Neymar klar: "Er ist ein Spieler, der in vier Jahren des Erfolgs eine wichtige Rolle gespielt hat. Nun ist er aber Teil der Barça-Vergangenheit. Es gibt immer eine Grenze und kein Spieler kann größer als Barça selbst sein."

Es sei schon immer so gewesen und es bleibe dabei, dass "keine persönlichen Interessen" über denen des Vereins stehen könnten. Panik brach im Fall Neymar bei den Verantwortlichen ohnehin nicht aus - aus einem guten Grund. "Als Zweifel über seinen Verbleib aufkamen, waren wir ganz ruhig. Denn man darf nicht vergessen: Egal, welche Entscheidung er getroffen hätte, es konnte für Barça nur gut ausgehen", so Bartomeu.

Wie das genau verstanden werden darf? "Wenn er geblieben wäre, hätten wir einen außergewöhnlichen Spieler behalten. Und wenn er gegangen wäre, hätte die gesamte Ausstiegsklausel bezahlt werden müssen. Dieses Geld garantiert es uns wiederum, neue, wettbewerbsfähige Stars zu verpflichten." Heiß gehandelt werden dabei Liverpools Philippe Coutinho (25), Paulo Dybala (23, Juventus Turin) - und nicht zuletzt Dortmunds Ousmane Dembelé (20).

222 Mio.? "Besonnenheit, Härte und Gelassenheit" sind angesagt

Bartomeu wirkte schon fast ein wenig genervt, dass ihn jeder frage, "was man denn mit 222 Millionen Euro anstellt". Seine Antwort: "Wir verwalten das Geld mit Besonnenheit, Härte und Gelassenheit. Wir sollten umsichtig damit umgehen, aber auch dem Wissen, dass wir genug Geld haben, um in die Mannschaft zu investieren."

Dass die 222 Millionen in irgendeiner Weise in die Mannschaft investiert werden, steht außer Frage.

Klub-Präsident Bartomeu

Die Details des Neymar-Deals habe Barcelona "aus zwei Gründen" der UEFA minutiös übermittelt. "Weil wir gegen die künstliche Inflation des Fußballmarktes sind und weil wir den Fußball beschützen und nachhaltig haben wollen", führte Bartomeu aus. "Dass die 222 Millionen in irgendeiner Weise in die Mannschaft investiert werden, steht außer Frage."

Eine weitere kleine Spitze in Richtung Neymar konnte sich Bartomeu nicht verkneifen, indem der 54-Jährige den großen Star im Team abermals hervorhob: "Ich muss Leo Messi ausdrücklich für seine Loyalität und sein Engagement loben. Er ist das Paradebeispiel für jeden, der je dieses Trikot tragen wird."

Die Mannschaft soll der neue Star sein

Ein neues "MSN"-Trio soll es übrigens nicht geben. "In dieser Saison sollten wir aufhören, über ein Dreigestirn zu sprechen - und stattdessen viel mehr über die Mannschaft. Wir haben ohnehin den größten Spieler aller Zeiten, Leo Messi, gehalten und er wird das Team wieder anführen", so Bartomeus Forderung. Außerdem soll auch der Vertrag mit Andres Iniesta (33) über 2018 hinaus verlängert werden.

Allgemein laufe die Barça-Maschinerie wie geplant: "Seit 2010 haben wir 175 Millionen Euro Profit gemacht. Wir haben unsere Schulden im letzten Jahr um 24 Millionen abgebaut. Aktuell liegt der Schuldenstand bei 247 Millionen, also 184 Millionen weniger als vor unserer Amtszeit. Dazu sind wir der zweitwertvollste Klub der Welt hinter Manchester United." Das darf sich in den Augen von Bartomeu unter seiner Regentschaft gerne auch noch ändern.

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