Hamburger Abwehrmann freut sich auf ruppige Duelle

Sobiech will Gonther "einen einschenken"

Lasse Sobiech, hier mit Keeper Himmelmann, jubelt nach dem Sieg in Bochum.

Lasse Sobiech, hier mit Keeper Himmelmann, jubelt nach dem Sieg in Bochum. imago

"Alle paar Tage habe ich zu Sören Gonther Kontakt", verrät Sobiech, und das habe sich auch nicht in der Woche vor der Partie gegen die Sachsen geändert. Die Drähte glühten zwischen den beiden Defensivspielern, die sich vor allem bei Standards direkt begegnen dürften. "Ganz genau kennen wir die Zuteilungen noch nicht, aber natürlich ging es auch darum, dass wir uns bei ruhenden Bällen treffen könnten", plaudert Sobiech aus dem Nähkastchen.

Die Vorteile in der Luft dürften beim Hamburger liegen, schließlich ist Sobiech mit seinen 1,96 Metern Körpergröße satte zehn Zentimeter länger als Gonther, der nach fünf Jahren am Kiez im Sommer zu Dynamo wechselte.

Bange machen beim Rangeln im Strafraum ist ohnehin nicht Sobiechs Sache. "Ich mag es, wenn es ein wenig ruppig, aber geradlinig zugeht. Ich hoffe, ich kann Sören einen einschenken", lässt der 26-Jährige in Richtung Ex-Kollege durchblicken. Zusammen absolvierten sie 55 Pflichtspiele für St. Pauli (19 Siege, 13 Unentschieden, 23 Niederlagen).

Lasse Sobiech und Sören Gonther - gemeinsam im St. Pauli-Trikot in 55 Pflichtspielen.

Lasse Sobiech und Sören Gonther - gemeinsam im St. Pauli-Trikot in 55 Pflichtspielen. imago

Sobiechs Vergleich zum letztjährigen Auftakt in Stuttgart

Sobiech hat gute Laune, keine Frage. Das liegt vor allem am knappen, aber verdienten 1:0-Auswärtssieg in Bochum. Sobiech stuft dieses Ergebnis als "extrem wichtig" ein und erinnert an das erste Spiel der vergangenen Spielzeit. Da spielten die Kiez-Kicker beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart "überragend", verloren in der Schlussphase aber mit 1:2. "Dadurch gerieten wir in ein Fahrwassser, in dem wir den ganzen Start in den Sand gesetzt haben. Jetzt haben wir uns direkt für ein gutes Spiel belohnt", blickt Sobiech auf ein Jahr im Keller zurück.

Gegen Dresden geht es jetzt aber darum, den gelungenen Auftakt zu veredeln. Die Sachsen wie die Hamburger können zum Sechs-Punkte-Führungstrio Nürnberg, Union und Bielefeld aufschließen. Weil die Pause zwischen dem Ligastart am Freitag vor einer Woche und dem Montagsspiel besonders lang geriet, schob St. Pauli auch noch einen Test gegen den Premier-League-Klub Stoke City ein. Das 4:2, bei dem viele randurften, die gegen den VfL auf der Bank Platz nehmen mussten, stimmte auch Trainer Olaf Janßen zuversichtlich. "Wir sind jetzt so besetzt, dass wir auf Spielsituationen reagieren können, auch in verschiedenen Systemen. Nicht nur die Qualität ist dafür da, sondern auch der Geist in der Truppe."

Zu beweisen am Montagabend ab 20.30 Uhr gegen Dynamo Dresden.

Sebastian Wolff/bst